Schnüffeln 2

Es geht weiter. Dies ist die Fortsetzung des ersten Teil zur Nasenarbeit beim Hund. In diesem Artikel geht es um die Objekte, das Startsignal und den Aufbau.

Die Grundsruktur

Die Grundstruktur der Nasenarbeit ist immer vergleichbar, egal ob ein Hund einen Menschen sucht, oder seinen Ball. Die folgende Skizze verdeutlicht, dass auf ein Startsignal hin der Hund sein Suchverhalten zeigt, wenn er auf das Objekt stösst sein Anzeigeverhalten abruft um dann dafür verstärkt zu werden.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, was man als Objekt wählt. Eine Möglichkeit ist, dass das Objekt über die klassische Konditionierung (siehe den Link oben) mit dem Verstärker verknüpft wird. Die andere Möglichkeit besteht darin, dass das Objekt zugleich den Verstärker bildet. Dazu habe ich unten eine weitere Skizze angefertigt.

Der Vorteil, wenn das Objekt zugleich Verstärker ist, besteht darin, dass man weniger Aufbau hat und gleich loslegen kann. Eine kleine Schachtel, ein Paar Leckerchen rein, Hund halten, Schachtel einen halben Meter weg werfen, Hund loslassen, Hund will da dran, Mensch macht Schachtel auf, Super, nächste Runde. Stück um Stück wird die Schachtel besser versteckt, bis der Hund sich Mühe geben muss, diese zu finden. Besonders für Hunde, die nicht besonders aktiv sind, die schwerer zu motivieren sind, macht es Sinn, nicht zu viele Zwischenschritte zu haben die die Motivation rauben.

Wenn man ein anderes Objekt wählt (Teebeutel, Schlüsselbund, etc) als der Verstärker, hat man grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten wie im ersten Fall, wo der Verstärker das Objekt ist. Allerdings hat man den kleinen Zwischenschritt drin. Manche finden es spannender wenn der Hund ein bestimmtes Objekt suchen geht und dafür dann einen Verstärker bekommt. Allerdings sollte man aufpassen, dass man die Zwischenschritte, die man verlangt, dem Hund anpasst. Desto mehr man verlangt, desto höher muss die Motivation im Hund sein - das ist bei uns Menschen auch so: desto mehr verlangt wird, desto mehr Motivation brauchen wir. Dafür muss der Verstärker entsprechend angepasst sein.

Wer seinen Hund 1 Kilometer eine Menschenspur verfolgen lässt und wenn der Hund den Menschen gefunden hat ein langweiliges "Ach, da bist du ja. Fein." bekommt und ein Krümmel trockenes Brot, dann wird die Motivation im Hund gegen null gehen und sein Suchverhalten abnehmen. Wenn hingegen der Hund in einem Zimmer 5 Minuten lang eine Gewürzdose sucht und wenn er diese findet der Mensch freudig ruft "FEIN!" und dem Hund eine Handvoll Nassfutter gibt, dann wird dieser Hund mehr motiviert sein.

Spezialfall Startsignal

Das Startsignal kann ein verbales sein, ein bestimmtes Wort, das man nur dafür benutzt. Wenn man sieht dass der Hund das Such- und Anzeigeverhalten (falls vorhanden) zuverlässig zeigt, also von 10 Malen er 9 Mal alles richtig macht, gibt man dem Hund, 1 Sekunde bevor er losgelassen wird, das Signal.

Als eine besondere Form des Startsignals kann man den Gegenstand, den Hund suchen soll, als Startsignal hernehmen. Der Aufbau besteht dann darin, dem Hund in der einen Hand das Objekt zu zeigen und wenige Zentimeter in der zweiten Hand das gleiche Objekt. Wenn der Hund das erste beschnüffelt und dann zum zweiten über geht, wird ein Markersignal gegeben und der Hund belohnt. Dann wird der Abstand zum zweiten Objekt immer grösser. Dann nimmt man ein zweites Objekt und verfährt so wie eben beschrieben. Dass man das mit mehreren Objekten macht ergibt sich aus dem Ziel: Der Hund sucht das Objekt, das ihm gezeigt wird. Also braucht man mehrere Objekte. - warum sonst soll man dem Hund das Objekt als Startsignal geben, wenn er eh immer das gleiche Objekt suchen geht?

Los geht's

Wenn ihr nun etwas schwindelig seid und nicht wisst, wie ihr anfangen sollt. Nehmt einenen Gegenstand der euren Hund motiviert, den der Hund aber auch hergibt, lasst jemanden den Hund halten, such ein leichtes Versteck, so dass der Hund euch sehen kann, lasst den Hund los. Wenn das Funktioniert geht ihr etwas ums Eck, so dass der Hund es nicht mehr sieht und riechen muss. Wenn das zuverlässig geht führt ihr ein Wort als Startsignal ein. Stück um Stück macht ihr es dem Hund schwieriger, an das Objekt dran zu kommen.

Wenn ihr später den Hund was anderes suchen lassen woll, könnt ihr immer noch ein zweites Objekt aufbauen und ein anderes Startsignal einführen.