Don't Muddle It Up

Hier eine Fortsetzung in der Reihe der Grundlagen - Grundlagen1 und Grundlagen2

Dieser Beitrag hier geht etwas mehr in die Tiefe der Lerntheorie. Unten seht ihr eine Skizze die ich anfertigte. In der Lerntheorie gibt es die Unterteilung Session. Eine Session beinhaltet einen CS und einen US. Als Beispiel nehme ich einen Klickeraufbau. Das Leckerchen ist der unconditional stimulus (US), der braucht kein Lernen damit der Hund sabbert (unconditional response). Wenn wir nun klicken, verküpfen wir den US mit dem Klickgeräusch das dadurch zum CS, conditional stimulus führt. Dieser CS löst beim Hund dann sabbern aus, also eine conditional response.

Das Ganze funktioniert auch mit einem Menschen: Der Wind pfeifft (US), die Türe knallt zu (UR). Beim nächsten Mal hört ihr den Wind (CS) und ihr zuckt zusammen (CR).

Jede dieser CS-US Gruppe ist ein Trial - in der Skizze werden die Trials gelb dargestellt. Um die Zeit zwischen den Trials und den CS-US, darum geht es in diesem Artikel.

Eine wichtige Erkenntnis aus der Lerntheorie ist, dass der Interval zwischen den Trials (Intertrial Interval) grösser sein müssen als der Interval zwischen den Reizen CS-US (interstimulus interval).

In einer weiteren Skizze unten, habe ich dies dargestellt. In meinem ersten Beispiel auf der Skizze vergeht zwischen dem Klickgeräusch (CS) und dem Futter (US) eine Sekunde (Interstimulus Interval von einer Sekunde), danach dauert es 5 Sekunden bis der nächste Trial los geht (Intertrial Interval). Im zweiten Beispiel auf der Skizze ist es genau umgeht: Der Interstimulus Interval verlängert sich auf die 5 Sekunden während der Intertrial Interval zusammen schrumpft auf eine Sekunde.

Das führt dazu, dass der Hund länger auf sein Leckerchen warten muss und dass der nächste Trial schneller losgeht, sodass das Leckerchen zeitlich näher zum Klickgeräusch steht: damit läuft ihr Gefahr, dass das Leckerchen den Klick ankündigt und nicht, was man eigentlich wollte, der Klick das Leckerchen. Denn: Das was dabei raus kommt nennt sich backward conditioning. Dabei wird das Leckerchen (US )gegeben bevor das Klickgeräusch kommt. Das ist äusserst ineffektiv und es ist wahrscheinlicher dass das Klicken durch das Leckerchen angekündigt wird - das Gegenteil von dem was beabsichtigt war.

Deswegen ist es wichtig, im Training auf diese Intervalle zu achten: Intertrial Interval sollte länger sein als der Interstimulus Interval.

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Gewisse Autoren definieren den Intertrial Interval als die Zeit zwischen Beginn des ersten Trials und dem Beginn des zweiten Trials, also inklusive der Wartezeit nach dem US, während ich hier die Definition habe, dass die Zeit zwischen Ende des Trials und Begin des Trials gemessen werden.