Morphologie eines Trainingsprojektes

Manchesmal mag es helfen, sich eine Idee davon zu machen, wie etwas aufgebaut ist, um Schritt für Schritt das Projekt abzuarbeiten. Darum soll es hier gehen.

Oft hilfreich, wenn das Trainingsporjekt in den eigentlichen Kernbereich, das Atom, und den umliegenden Bereich eingeteilt wird. Nehmen wir als Beispiel den Abruf. Dieser besteht darin, dass der Hund, der in einer bestimmten Distanz zum Menschen unterwegs ist, auf ein bestimmtes Signal hin auf direktem Wege sich zum Menschen begibt und, dort angekommen, neben dem Menschen stehen bleibt und dort wartet. Das ist der Kernbereich an dem gearbeitet wird zu Beginn. Das Herankommen zum Menschen, das Warten neben dem Menschen.

Dabei geht es nicht darum, dass die Geschwindigkeit des Herankommens, oder die Dauer des Wartens eine Rolle spielen. Es geht darum dass der Hund kommt und kurz wartet.

Der weitere Bereich dieses Trainingsprojektes besteht aus den drei D's. Das sind Duration, Difficulty, Distraction - Dauer, Schwierigkeit, Ablenkung. So können diverse Hindernisse zwischen Hund und Mensch gelegt werden, sodass es schwieriger wird für den Hund, direkt zum Menschen zu kommen, oder es können diverse ablenkende Reize wie Gerüche, Geräusche, andere Hunde, dazu genommen werden, und die Dauer des Verhaltens kann ausgebaut werden (wie lange wartet der Hund neben dem Menschen, wie schnell soll der Hund zum Menschen kommen, ..).

Diese Drei Ds sind die Feinarbeit und die Herausforderung, die das Projekt anspruchsvoll machen.

Die Fluency ist ein oft verkannter Schritt eines Trainingsprojektes. Aber zugleich auch der wichtige Faktor. Fluency meint in einfachen Worten, dass in kurzer Zeit möglichts viel Verhalten fehlerfrei gezeigt wird. Wenn ein Hund nach einer Sekunde nach dem Signal 'Sitz' sich hinsetzt wie er es gelernt hat und das in 9 von 10 Fällen, dann stimmt die Fluency.

Um diese Fluency zu erreichen ist viel, viel Übung notwendig. Oft wird, nachdem der Hund das Verhalten zeigt, gedacht das Training wäre nun fertig. Und dann kommt es zu Rückschritten. Erst wenn der Hund das Verhalten zuverlässig zeigt, ist das Trainingsziel beendet. Oft scheitern Projekte an diesem Schritt.

Die Übergänge von einem zum anderen Bereich verlaufen mitunter fliessend. Dennoch mag es dem ein oder anderen helfen, mehr Übersicht über sein Trainingsprojekt zu bekommen. Es liegt auch in der Fähigkeit des Menschen als Tierlehrer zu erkennen in welche Teilschritte das Projekt zerlegt werden muss, damit das Tier es schaffen kann.

Was für den einen Hund leicht von der Pfote geht, dauert beim anderen Hund etwas länger.

Mir hilft es, zu wissen was der Kernbereich ist und wann die eigentliche Aufgabe erledigt ist. Wenn ein Hund lernen soll, einen Gegenstand herzubringen, habe ich eine bestimmte Idee davon, dass diese Aufgabe im Kern darin besteht, dass der Hund einen Gegenstand positiv verbindet, den in den Mund nimmt, damit zum Menschen kommt, dort wartet und auf auf Signal den Gegenstand hergibt.

Je nach Wunsch soll der Hund den Gegenstand nicht knautschen sondern einen weichen Fang zeigen, je nach Hund muss das Aufnehmen des Gegenstandes in kleinen (Teil)Schritten aufgebaut werden. Doch der Kern ist klar: Ein Hund geht auf Signal los, holt den Gegenstand, kommt zurück, wartet, und gibt auf Signal den Gegenstand her.

Auf dieser Basis lassen sich später immer noch Veränderungen anbringen. Doch die Basis, die steht.

Diese Teilschritte können ebenfalls nach diesem Muster aufgeteilt werden. So besteht das Aufnehmen des Gegenstandes darin, dass der Hund den Gegenstand in den Mund nimmt und hergibt. Der weitere Bereich besteht darin, dass er dies auch dann tut, wenn der Gegenstand nicht vom Menschen kommt oder auf Augenhöhe liegt, sondern am Boden, oder etwas versteckt, oder über Kopfhöhe. Dazu können Lärm und Gerüche kommen, und die Anforderung, schnell zu holen und herzugeben.

Diese Teilschritte werden dann zusammen gefügt zu einem Ganzen. Der Hund geht auf Signal los, holt den Gegenstand, kommt zurück, wartet, und gibt auf Signal den Gegenstand her. Danach wird an diesen drei D's gearbeitet.

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