Wenn der Besuch klingelt

Wenn Besuch vor der Türe steht, ob Briefträger, Nachbar, oder geladene Gäste, macht manch ein Hund ein Feuerwerk auf.

Hier nun ein weiterer Artikel zum Alltagstraining.

Will man dem Hund beibringen sich zurückhaltender an der Türe zu verhalten, ist seine innere Gestimmtheit (in der klassichen Ethologie auch Handlungsbereitschaft genannt) zu verändern.

Die Arbeit an der Tür mit dem Hund ist ein Trainingsprojekt, bei dem sowohl die klassische Konditionierung als auch die operante Konditionierung wichtig sind für den Erfolg.

1. Schritt - die klassische Ebene

Im ersten Schritt geht es darum, die Situation so einzurichten, dass der Hund in eine Grundstimmung gerät, in der es wahrscheinlich ist dass er erwünschtes Verhalten zeigt. Ein Hund der fiept und springt ist deutlich zu erregt. Hier ist die Beobachtung der Besitzer gefragt, um zu wissen ob der Hund in der Situation aufnahmebereit ist, ohne zu aufgeregt zu sein.

Dazu zählen Massnahmen wie die Glocke auszuschalten, dem Hund was zu kauen zu geben, Massagen, oder Duftöle. Der Labrador hier zB. entspannt sich mit etwas im Mund zum Tragen. So liegen hier Seile und Plüschtiere herum, auf dem Spaziergang nimmt er gerne die Leine in den Mund.

Hier ist es wichtig, zu verstehen, warum der Hund dieses Verhalten zeigt. Ein Wachund wird idR. Sicherheit brauchen und klare Strukturen um zu verstehen, wo der Kern liegt wo keine Fremden Zutritt haben, und wo Fremde hin dürfen; furchtsame Hunde brauchen indes vorallem Rückzugsmöglichkeiten um Abstand zum furchtauslösenden Reiz aufbauen und Selbstsicherheit erfahren zu können.

Es geht also darum, dem Hund die Situation komfortabler zu gestalten sodass er sich entspannen und wohl fühlen kann und in dieser Atmosphäre neue, positive Erfahrungen machen kann.

2. Schritt - die operante Ebene

Im zweiten Schritt geht es darum, erwünschtes Verhalten zu verstärken, ohne den Hund mit den Verstärkern aufzudrehen - so wäre ein Zerrspiel grundsätzlich eher abzuraten. Das kann man im freien Lauf indem man den Hund beobachtet und mit diversen Verstärken den Hund fördert. So kann man einem Hund der von selber ins Körbchen geht, oder in einen anderen Raum, oder alle vier Pfoten auf dem Boden behält, einen Keks zustecken, oder am Kopf kraulen.

Eine Top-10 Liste mit diversen Verstärken die im Alltag eingesetzt werden können, ist hier hilfreich.

Auch in diesen Bereich gehört der Besuch und seine Schulung. Es geht darum dass der Besuch versteht, wie er sich zu benehmen hat gegenüber dem Hund, in welche Bereiche er gehen kann und in welche nicht, ob der Hund es mag angestarrt zu werden, oder nicht.

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