Im Alltag bestehen

In den letzten Wochen wurde mir noch einmal deutlich gemacht, dass bei vielen Problemen im Alltag bereits kleine Veränderungen der Halter Erleichterung bringen kann, ohne ein großes Training.

Abstand einhalten hilft sehr oft bei Aggressionsverhalten. Ziel von Aggressionsverhalten ist es, einen Störreiz auf Abstand zu halten oder weg zu bekommen. Gibt man dem Hund diesen Abstand, gibt man ihm die Möglichkeit ein Alternativverhalten zu zeigen ohne aggressiv sich zu gebaren. So kann man einen Bogen um ein Mensch-Hund Gespann machen, oder umdrehen, oder sich hinter einen Sichtschutz begeben.

Eine Verstärkerliste aus dem Alltag hilft, in verschiedenen Alltagssituationen den Hund für erwünschtes Verhalten angemessen zu verstärken. So mag mein Spitz gerne an Dingen riechen, Buddeln, oder eben etwas Abstand - auch Kraulen findet er toll, sowie mit der Nase meine Hand anzustupsen. Wenn er nun statt andere Hunde anzubellen meine Hand anstupst oder durch Buddeln seine Erregung abbaut, braucht er das unerwünschte Verhalten gar nicht erst zu zeigen. Der Labrador dagegen braucht für sein psychisches Wohlbefinden etwas im Mund was ein angenehmes Mundgefühl vermittelt. Je nach Erregungslage sind seine "Tragies" weicher (zB Plüschtiere) oder etwas härter (zB Gegenstände aus Kunststoff wie Gummiknochen). Auch die Leine trägt er gerne im Mund. Das Anbieten von diversen Objekten die er in den Mund nehmen kann fördert sein psychisches Wohlbefinden und hilft ihm als Stressbewältigung (coping strategy) im Alltag. Der Badeteich im Garten in dem er baden gehen kann, ist auch ein guter Verstärker.

Spazierwege mal alleine begehen und sich Gedanken machen, wo man zu welcher Zeit entlang geht und ob der Hund damit klar kommt, kann unerwünschte Situationen verhindern. Wer weiss, dass sein Hund nicht mit einem Haufen unbekannter Hunde klar kommt braucht nicht samstags auf die Hundewiese zu gehen, und wer weiss, dass sein Hund gerne viel Abstand zu Unbekannten aufbaut, sollte erst gar nicht in die Fussgängerzone, oder durch enge Wege wo es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt.

Alternativverhalten aufbauen bevor es schief geht oder schlimm kommt, gibt einem die Möglichkeit, ohne Strafe und ohne Eskalation einzugreifen. So kennt mein Spitz das Anstupsen meiner Hand, damit kann ich ihn aus Situationen heraus lotsen.

Das Beobachten des Hundes hilft, ihn kennen zu lernen und wie er in verschiedenen Situationen reagiert, ausserdem kann man so erwünschtes Verhalten finden dass der Hund von sich aus anbietet und dieses unterstützen. Der Tag hat nur 24 Stunden am Tag und je länger der Hund erwünschtes Verhalten zeigt, desto weniger Zeit bleibt um unerwünschtes Verhalten zu zeigen.

Die Ausrüstung am Hund entscheidet ebenfalls, wie der Hund sich wohl fühlt und verhält. Ein zu schmales Halsband zB. kann den Hund würfen und ihn veranlassen, nach vorne zu ziehen und Aggressionsverhalten fördern, bzw. eine Beisserei auslösen. Ein Halfter am Gesicht des Hundes kann seine Ausdrucksmöglichkeiten einschränken. Auch hier, beobachten welche Ausrüstung am Hund welche Veränderung herbeiführt und sich so ausstatten, dass erwünschtes Verhalten wahrscheinlicher wird.

Körpersprache und Stimme des Halters wirken auf den Hund; im Guten wie im Schlechten. Sich mit seiner Körperachse gegen die Laufrichtung stellen und den Hund mal riechen oder erkunden lassen hilft, Ruhe in den Spaziergang zu bekommen. Die Leine locker zu halten und den Hund verbal anzusprechen in freundlicher Tonlage hilft, die Situatione angenehm zu gestalten und Ruckereien an der Leine zu vermeiden.

Eine Liste anfertigen von den Dingen die der Hund gerne macht, der Halter gerne tut und welche man sich teilt und die Dinge die man teilt zu fördern festigt die Beziehung zum Hund und das Miteinander was auf beiden Seiten für positive Emotionen und Einstellungen führt und das Zusammenleben erleichtern.

Ein Tagebuch für den Hund mit Notizen wie der Hund in welchen Situationen wie reagiert hat. "Heute kam der Briefträger, ein Neuer, und es regnete wie doof, und Waldo hat ihn angebellt. Den Alten mochte er aber ganz gerne". So kann man sich bewusst werden über das was da passiert und sich Gedanken machen, warum das so ist.

Was man kennt und womit man umgehen kann belästigt einen auch nicht. Regelmässig mit dem Hund eine Situation bewältigen, etwas Neues erkunden, hiilft dem Hund, mit Unbekanntem besser klar zu kommen und souverän zu bleiben und dadurch auch ruhig. Wenn es eine Baustelle gibt kann man den Hund diese, soweit gefahrlos, erkunden lassen. Oder einen Laubhaufen erklimmen. Oder dem Briefträger sein Auto beschnüffeln, wenn es wo steht.

Zusammenfassung und Quizz






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