Abruf

Dass der Hund kommt, wenn man ihn ruft, wird oft gefordert, und macht gewissen Sinn, bedenkt man die oft beengten Lebensräume von Menschen in Städten, aber auch Dörfern.

Ein weiterer Artikel zum Alltagstraining

Grundlage und erster Schritt
Die Grundlage ist denkbar einfach: Klassische Konditionierung. Das mag nun befremden, ist aber der Fachbegriff dessen, was lerntheoretisch zu Grunde liegt. Beziehungstheoretisch könnte man sagen, dass die Grundlage in einer guten Beziehung oder Bindung von Hund und Mensch ist.

Der Grund ist denkbar einfach: Hunde sind nicht doof, und kommen vorallem dann schnell und gerne zurück, wenn sie sich wohl, geborgen und gut fühlen an dem Ort. Fürchtet sich der Hund, oder fühlt sich anderweitig nicht wohl, wird er nicht, oder nur zögernd zurück kommen. Psychoanalytisch ist dies die ödipale Phase, in welcher das Dritte, Neue eingeführt wird und die Zweierbeziehung durchbrochen. Der Hund ist in einer ähnlichen Lage: Er wendet sich seiner Umwelt und seinen Reizen zu, er trianguliert. Wer will, dass sein Hund zurück kommt, sollte attraktiv sein. Positive Psychologie möchte ich hier als Stichwort einfügen. Gute Bücher finden sich ebenfalls bei Spass mit Hund.

Die ersten Schritte für einen guten Abruf sind daher Beziehungsarbeit. Gemeinsam mit dem Hund die Welt erkunden, dem Hund Sicherheit geben, mit dem Hund gemeiname Aktivitäten unternehmen, mit dem Hund spielen, sein Verhalten synchronisieren, Kontakt suchen, Körperpflege teilen, etc. All das, was man in einer Hundegruppe auch so tut.

Die weiteren Schritte
Was danach kommt, ist dann ziemlich einfach. Ich möchte zwei Wege aufzeigen, die ich auch für mich nutze.

Anstupsen
Die Hand anstupsen kann ein guter Weg sein. Wenn der Hund die Nase an der Hand stupst, muss er dafür herkommen. Vorteil ist, dass der Hund Körperkontakt aufnimmt zum Menschen, seinen Menschen riecht, dass man mit der Hand den Hund gut dirigieren kann, zB auf die Seite wenn ein Fahrzeug sich nähert. Alleine schon den Menschen anstupsen kann für einige Hunde eine hohe Motivation sein, zu kommen.

Dafür braucht man nur dem Hund die Hand zu zeigen, und punktgenau stimmlich ein Signal ('tschick', zB) oder mit einem Gerät (zB Clicker) das Anstupsen zu verstärken. Da für viele Hunde das Anstupsen Motivation genug ist, oder sich andere Verstärker anbieten im Alltag, kann man durchaus wenn der Hund die Idee hat was man möchte, auf einen anderen Verstärker umsteigen. Ich lasse gerne meine Hunde 'durchstarten', das bedeutet, wenn diese zurück kommen dann gebe ich direkt das Freizeichen (das ich immer gebe wenn die Leine ab ist). Das bringt Bewegung und Energie in den Rückruf, genau das was gesucht ist.

Stehen bleiben
Ein anderer Weg den ich mag, ist stehen zu bleiben und zwecks besserer Sichtbarkeit, sich 90° von der Laufrichtung abzuwenden, so dass der Hund das Profil seines Menschen sieht. Vorteil hier ist, dass der Mensch die Klappe hält und nur mit der Körpersprache den Hund abruft. Das ist praktisch, wenn man genervt ist (warum auch immer) und den Hund anschnauzen und anmotzen würde. Am Anfang kann man sich spannend machen indem man in die Hocke geht, den Kopf zum Hund wendet, eine lustige Stimme gibt, etc.

In beiden Fällen: Kommt der Hund, ..
.. dann wird sich gefreut, der Hund wird gekrault, es wird gespielt. Denn es ist schön, wenn ein Hund kommt. Bevor man weiter geht - aber auch wenn man die Leine ab macht - empfiehlt es sich, ein Signal einzuführen (zB 'Banane'). Das versteht der Hund relativ zügig, wenn das Signal kommt und danach der Mensch losläuft.

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