Verhalten unterbrechen...

...und dabei nicht den Hund vermöbeln, oder negativ nachhaltig auf ihn einwirken. Nicht leicht. Man kann sich beim besten Willen nicht-nicht verhalten. Irgendwas tut man immer. Auch ein Hund. Und dennoch: Es gibt Momente, da wäre es nützlich, wenn man den Hund in dem unterbrechen kann,🍗 was er gerade tut. Und da Mensch auch sich nicht-nicht verhalten kann, bekommt er mit dem Abbruchsignal selber ein alternatives Verhalten an die Hand und braucht so nicht mehr pampig zum Hund werden.

Ein weiterer Artikel zum Alltagstrainig

Die Grundlagen finden sich in der operanten Konditionierung - aber auch der klassische Konditionierung, also wie es dem Hund gefühlt dabei geht, spielt eine Rolle.

Der Aufbau ist denkbar einfach. Ja wirklich. Man ni🍗mmt etwas Leckerchen in beide Hände, ballt diese zu Fäusten und bietet dem Hund davon an (selbstverständlich müsst ihr um das Futter zu geben, die Faust öffnen und danach wieder verschliessen). Mal auf der linken, mal auf der rechten Seite. Wenn der Hund den Dreh raus hat werden die Regeln geändert. Wenn der Hund auf das Angebot ein geht wird ein Wortsignal gegeben (zB off, ihr findet bestimmt in einem Fremdsprachenwörterbuch andere, geeignete Signale) und dann die Hand wieder zu einer Faust verschlossen. Geht der Hund mit der Schnauze zurück, bekommt er aus der gegenüberliegenden Faus etwas Futter angeboten. Wenn der Hund auf das Wo🍗rtsignal hin ablässt und nicht weiter versucht ran zu kommen, hat er verstanden was es bedeutet.

In einem nächsten Schritt wird das ausgebaut. Ihr könnt zum Beispiel einen Pappteller nehmen, mit dem Hund an der Leine in entsprechenden Abstand daran vorbei gehen, und wenn er wissen will was auf dem Teller liegt, gebt ihr das Abbruchsignal und wenn er Abstand einnimmt zum Teller, bekommt er seine Belohnung - den Verstärker. Experimentiert, und findet heraus, welche Verstärker wie wirken - ich schrieb bereits einen Artikel zu Top-10 Liste.

Zum Mitnehmen
Hat Hund begriffen, was das Abbruchsignal bedeu🍗tet und Mensch Erfolg gehabt, wird es in den Alltag eingebaut. Das wird vermutlich die mühseligste Arbeit werden. Es mag auf den ersten Blick einfacher sein, seinen Hund anzuschnauzen - und vlt ist es dies für viele Menschen die hier sozialisiert wurden auch so, einfach weil es hier 'normal' ist. Auf den zweiten Blick kann sich es aber sehr lohnen, sich die Arbeit zu geben und mit dem Hund ein Alternativverhalten aufzubauen. Es ermöglicht dem Hund zu verstehen, was Mensch von ihm will, es gibt Hund und Mensch ei🍗ne Alternative an die Pfote, etwas was er tun kann und wofür er belohnt wird, die Beziehung zum Hund wird von negativen Gefühlen etwas mehr entlastet, und man ist selber etwas weniger genervt. Da es hier um ein Abbruchsignal geht, also kein Verbot, verbaut man sich idR nichts - denn Hund wird nichts verboten, sondern aufgetragen etwas Anderes zu tun als das was er gerade dabei ist zu tun.

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