Artikel zum Alltagstraining

Als Tierpsychologe und Hundefreund ist es mir ein Anliegen, das Leben mit Hund für Hund und Mensch zu unterstützen, mit den Mitteln die mir möglich sind. Artikel die sich um Alltagstraining drehen und darum, im Alltag bestehen zu können, werden hier zusammengefasst.

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Positive Psychologie

Das Leben hält immer wieder Stressoren bereit. Diese gehören zum Leben dazu. Man kann aber sich und seinem Hund das Leben angenehmer gestalten und Strategien finden, mit Stress und Stressoren umzugehen, oder gewisse Stressoren abzumildern oder gar zu vermeiden.

Ein weiterer Artikel zu Alltagstraining.

Eine nützliche Einteilung der Gebiete wo man ansetzen kann ist: Positive Emotionen schaffen; Positives Umfeld schaffen; Stärken fördern. So bekommt man etwas Struktur und kann gezielt Lösungen suchen und einbauen.

Positives Umfeld schaffen
Alles was an seinem persönlichen Umfeld umgestaltet werden kann, um positive Momente zu fördern, sollte optimiert werden. So kann man Stress vermeiden. Zum Beispiel

Positive Emotionen fördern
Ein gutes, inneres Gefühl schaffen, sodass ein ausgeglichener, zufriedener Hund einen begleitet. Darunter fällt nicht nur, es immer nur schön zu haben! Dazu gehört auch (siehe 'Stärken fördern'), durch lösbare Probleme dem Hund psychische Widerstandsfähigkeit zu geben sodass er mit Stress besser umgehen kann.

Stärken fördern
Jeder Hund kann etwas gut. Das mag an der Zuchtlinie liegen aus der sie kommen, oder an ihrer grundsätzlichen Biologie, zB der eines Hundes. Solche Stärken zu finden und zu fördern, darum geht es. Dinge die Hunde oft gerne tun..

Beobachtet Euren Hund und findet heraus, was er gut kann, was ihm gut tut, wobei er entspannt, was Euch gut tut, was ihr gerne mit Hund unternehmt und fördert diese Dinge.

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Im Alltag bestehen
ein zweiter Teil

Wie man im Alltag bestehen bestehen kann, dazu gibt es mittlerweile hier einige Beiträge. in einem ersten Beitrag zum Alltagstraining werden Grundlagen gezeigt, die einem helfen. Hier nun ein zweiter Teil der daran anknüpft.

Dies fragte ich mich schon öfters. Was wir von ihnen wollen, können Hunde schon - und was sie nicht können, werden diese auch nie lernen. Eine starke Aussage. Hunde können

Unsere Aufgabe ist es nur, dass wenn wir es auf Signal sehen wollen, dies dem Hund verständlich zu machen. Und genau darum geht es hier. Üblicherweise werden als Signale gerne genutzt Sitz, Platz, Fuss, Revier, Voran, Apport, .. und dem Hund wird den lieben Tag lang gesagt, was er zu tun hat. Wir können aber auch Umweltsignale nehmen. Ja wirklich!

Warten vor der Frittenbude
Wir können vor einer Imbissbude in etwas Abstand stehen bleiben, so viel Abstand wie der Hund braucht um nicht durchzudrehen, und erwünschtes Verhalten wie sich hinsetzen verstärken. Oder wenn der Hund alle Viere auf dem Boden behält. Der Hund lernt dann solche Fressbuden mit seinem Verhalten und dem was sein Verhalten im einbringt zu verknüpfen.

Warten an der Bushaltestelle
Wir können an der Bushaltestelle oder an Orten an denen wir warten, den Hund dafür verstärken wenn er sich wo hinlegt oder hinsetzt oder aufhält, wo er gut ausweichen kann falls er bedrängt wird (was es zu vermeiden gilt - aber passieren kann viel) und wo er nicht zu vielen Leuten auf den Keks geht. Beim Einsteigen kann er gefördert werden, wenn er nicht nach vorne prescht, sondern neben seinem Menschen einsteigt - so bekommt Mensch die Gelegenheit und Zeit sich zuerst zu orientieren und mögliche Probleme früh zu erkennen, Zeit um Lösungen zu finden. Beim Karten lösen kann man den Hund fördern, wenn etwas abseits steht und nicht dem Fahrer auf den Schoss hüpft. So lernt der Hund, die Situation des Wartens und des Einsteigens mit seinem Verhalten und dem was es ihm bringt zu verknüpfen. Er lernt ausserdem, seine Umgebung zu scannen und zu erkennen, wo es sich gut aufhalten lässt.

Räumlichkeiten aufsuchen ohne die Hühner aufzuscheuchen
Geht man mit dem Hund in Räumlichkeiten, wie einen Tabakladen, Restaurant, Kiosk, oder zum Tierbedarfsladen (höchste Alarmstufe und höchste Konzentration, vorallem die Nager- und Katzenabteilung - vorallem für kleine Bären an Martinstagen), kann man den Hund für ruiges Verhalten verstärken, wenn der Hund etwas vor der Auslage steht ihn verstärken, wenn er sich unter den Tisch legt oder wenn er sich vor dem Tresen hinsetzt oder alle Viere auf dem Boden behält.

Situationen nutzen
wie sie sich einem anbieten. Liegt an einer Baustelle ein Haufen Schotter, so kann man den Hund diesen erkunden lassen, ja vlt sogar besteigen. Liegen gelbe Säcke am Strassenrand, oder Tonnen, kann der Hund diese beriechen. Läuft ein Pferd an einem vorbei, kann Hund sich vlt dieses aus der Ferne ansehen, und wenn vom Besitzer ok, das Pferd beriechen. Wenn in optimalem Abstand andere Hunde an einem vorbei ziehen, kann man dies nutzen und seinen Hund diese anschauen lassen, vlt sogar mit dem Hund eine Übung machen (zB Hand anstupsen) - so dass Hund lernt dass andere Hund kein Problem sind. Jeden Tag etwas Neues - das könnte das Motto werden. Alltagssituationen nutzen um Neues kennen zu lernen und wie man damit umgehen kann.

Sich ein kleines Briefing schreiben
Es hilft, sich eine kleine Vorbereitung zu schreiben mit den drei Hauptkategorien Vorher Verhalten Danach. Damit ist gemeint

Vorher
Alles was vor dem Verhalten stattfindet, das Verhalten wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher macht. Ein hungriger Hund an einem heissen Tag nach einem langen Spaziergang wird wahrscheinlicher an einer Theke der Fressbude hoch stehen um an Futter zu gelangen, als ein ausgeschlafener, satter Hund. Sowas kann man einplanen und zuerst mit einem ausgeschlafenen, satten Hund den Anfang machen und erst danach die Anforderung steigern. An einer leeren Bushaltestelle ist es wahrscheinlicher dass der Hund sich hinsetzen wird, als an einer mit Tüten bewaffneten Menschen vollen Bushaltestelle. Das kann man nutzen und zu Zeiten üben wenn es etwas leer ist und dann die Anforderung steigern. Man kann auch gewisse Sachen vorher einüben und dann in die Situation einbauen, zB bestimmte Handgesten, oder das Verbleiben in der Position wenn der Keks kommt (so dass Hund zB sitzen bleibt mit seinem Keks den er bekommt). Man kann sich auch aufrüsten und gewisse Sachen mit sich führen, zB ein Futterbeutel für den Labrador den er zwischendurch suchen und bringen darf, oder Tragegegenstände. Für einen kleinen Hund wäre ein Tragetasche für Hunde denkbar, in der er sich zB im Restaurant zurück ziehen könnte, oder auf Gängen durch Menschenmengen ein Hundewagen wo der Hund sich zurückziehen kann.
Verhalten
Welche Verhaltensweisen wären wünschenswert, welche nicht? Wie kann man Verhalten herauskitzeln zB durch kleine Hilfestellungen. Wenn man mit der Hand unter den Tisch zeigt im Restaurant ist es wahrscheinlicher dass Hund dort hin geht. Wenn man sich selber etwas abseits stellt ist es wahrscheinlicher dass Hund hinterher kommt als wenn man mitten im Gewühle steht. Sowas kann man nutzen und erwünschtes Verhalten damit heraus kitzeln und fördern und damit für Hund und Halter erste positive Schritte ermöglichen.
Danach
Alles was nach dem Verhalten kommt. Liegt der Hund unter dem Tisch im Restaurant kann man ihm einen Keks geben oder (noch besser) einen Kaugegenstand - denn Kauen beschäftigt und entspannt den Hund. Man kann den Hund eine kleine Übung die er gerne ausführt machen lassen, den Labrador was appportiern lassen oder ihm was zum Knautschen geeben. Man kann auch einen kleinen Abstecher an einen ruhigen Ort machen, zB den Stadtpark. Auch eine Liste an Verstärkern kann einem Helfen eine Überblick zu bekommen. So kann da das Ansehen einer Katze stehen, das Essen eines Pferdeapfels (zB den Hund abrufen vor einem Pferdeapfel und als Verstärker den Hund etwas davon essen lassen), oder das Tragen von Gegenständen, oder das Schnuppern von Grashalmen und Pfosten oder das Scharren (zB den Hund zum Scharren auffordern wenn er ohne Lärm an anderen Hunden vorbei ging), oder auch mehr Leine (zB dem Hund mehr Leine geben wenn er ruhig an Hunden und Menschen vorbei ging und nun nach vorne weg Abstand aufbaut wo nichts los ist, oder wenn man die Strasse quert und Hund auf den anderen Bürgersteig will, dann kann mehr Leine ihn darin bekräftigen).

"Warum Hunden..
etwas beibringen, was diese schon können?", diese Frage stellte ich eingangs. Wie ich in diesem Beitrag versuche aufzuzeigen, können wir die Hunde stattdessen darin zu fördern, von sich aus angemessenes Verhalten anzubieten und dieses dann zu unterstützen. Dies hilft dem Hund sich Strategien zurecht zu legen für diverse Alltagssituationen - und je mehr Situationen Hund und Mensch meistern konnten, je mehr Herausforderungen mit Bravour gelöst wurden, je mehr Sicherheit bekommt Hund und Halter, je mehr Widerstandsfähigkeit und psychische Robustheit baut sich auf und umso gelassener werden beide. Man wurde alltagsreif.

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Verhalten unterbrechen...

...und dabei nicht den Hund vermöbeln, oder negativ nachhaltig auf ihn einwirken. Nicht leicht. Man kann sich beim besten Willen nicht-nicht verhalten. Irgendwas tut man immer. Auch ein Hund. Und dennoch: Es gibt Momente, da wäre es nützlich, wenn man den Hund in dem unterbrechen kann,🍗 was er gerade tut. Und da Mensch auch sich nicht-nicht verhalten kann, bekommt er mit dem Abbruchsignal selber ein alternatives Verhalten an die Hand und braucht so nicht mehr pampig zum Hund werden.

Ein weiterer Artikel zum Alltagstrainig

Die Grundlagen finden sich in der operanten Konditionierung - aber auch die klassische Konditionierung, also wie es dem Hund gefühlt dabei geht, spielt eine Rolle.

Der Aufbau ist denkbar einfach. Ja wirklich. Man ni🍗mmt etwas Leckerchen in beide Hände, ballt diese zu Fäusten und bietet dem Hund davon an (selbstverständlich müsst ihr um das Futter zu geben, die Faust öffnen und danach wieder verschliessen). Mal auf der linken, mal auf der rechten Seite. Wenn der Hund den Dreh raus hat werden die Regeln geändert. Wenn der Hund auf das Angebot ein geht wird ein Wortsignal gegeben (zB off, ihr findet bestimmt in einem Fremdsprachenwörterbuch andere, geeignete Signale) und dann die Hand wieder zu einer Faust verschlossen. Geht der Hund mit der Schnauze zurück, bekommt er aus der gegenüberliegenden Faus etwas Futter angeboten. Wenn der Hund auf das Wo🍗rtsignal hin ablässt und nicht weiter versucht ran zu kommen, hat er verstanden was es bedeutet.

In einem nächsten Schritt wird das ausgebaut. Ihr könnt zum Beispiel einen Pappteller nehmen, mit dem Hund an der Leine in entsprechenden Abstand daran vorbei gehen, und wenn er wissen will was auf dem Teller liegt, gebt ihr das Abbruchsignal und wenn er Abstand einnimmt zum Teller, bekommt er seine Belohnung - den Verstärker. Experimentiert, und findet heraus, welche Verstärker wie wirken - ich schrieb bereits einen Artikel zu Top-10 Liste.

Zum Mitnehmen
Hat Hund begriffen, was das Abbruchsignal bedeu🍗tet und Mensch Erfolg gehabt, wird es in den Alltag eingebaut. Das wird vermutlich die mühseligste Arbeit werden. Es mag auf den ersten Blick einfacher sein, seinen Hund anzuschnauzen - und vlt ist es dies für viele Menschen die hier sozialisiert wurden auch so, einfach weil es hier 'normal' ist. Auf den zweiten Blick kann sich es aber sehr lohnen, sich die Arbeit zu geben und mit dem Hund ein Alternativverhalten aufzubauen. Es ermöglicht dem Hund zu verstehen, was Mensch von ihm will, es gibt Hund und Mensch ei🍗ne Alternative an die Pfote, etwas was er tun kann und wofür er belohnt wird, die Beziehung zum Hund wird von negativen Gefühlen etwas mehr entlastet, und man ist selber etwas weniger genervt. Da es hier um ein Abbruchsignal geht, also kein Verbot, verbaut man sich idR nichts - denn Hund wird nichts verboten, sondern aufgetragen etwas Anderes zu tun als das was er gerade dabei ist zu tun.

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Hunde an der Leine

Es gehört zum täglichen Bild eines Hundehaltenden, dass sein Hund an der Leine ist. Solange sich nichts grundlegendes ändert, wird man sich als Hundehalter mit der Hundeleine zu arrangieren haben.

Ein weiterer Artikel zu Alltagstraining

Grundidee hinter der Leine mag die Vorstellung des unberechbaren, wilden Tieres sein, das es zu bändigen gilt. Vielleicht mag das bis zu einem gewissen Punkt stimmen. Menschliche Siedlungen wurden für Menschen gebaut und selbst Menschennachwuchs muss mühselig erklärt werden, wie man sich in diesem Kontext verhält (zB dass man nicht auf Autobahnen zu Fuss unterwegs ist).

Die Leine kann als doppelter Boden gesehen werden, der es im letzten Moment verhindert, dass es zu Schwierigkeitne kommt, zB zwei Hunde sich prügeln, oder das Hörnchen vom Hund gejagt wird.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Kommunikation mit dem Hund nicht zu kurz kommt. Darum dreht sich dieser Teil des Alltagstrainings. Vorranging sind hier die operante Konditionierung. Denn an der Leine gehen ist eine geistig Kraft raubende Betätigung. So soll der Hund durchaus die Möglichkeit erhalten, sich seiner Umwelt zu widmen und seinen reizvollen Reizen (wie Gerüche, andere Hunde, andere Tiere, verschiedene Untergründe, etc), ohne dabei das andere der Ende der Leine zu vergessen (der Mensch). Der Hund muss also sich auf zwei Bereiche konzentrieren.

Beginn und Pausen ankünden
Um zu verhindern, dass der Hund in die Leine rennt, bzw noch am Ort klebt während der Mensch schon am Laufen ist, empfiehlt es sich, das Anhalten und das Loslaufen anzukünden. Dafür braucht man nicht viel aufzubauen; es ist schon ausreichend, jdes Mal kurz vor Anhalten ein Signal zu geben, und ein anderes Signal vor dem Loslaufen. Wer wenig erfinderisch ist mit Signalnamen, kann sich ein fremdsprachiges Wörterbuch nehmen - so wird vermieden, dass das ausgesuchte Wort im Alltag vorkommt. Mit der Zeit wird der Hund verstehen was gleich kommt und sich darauf einrichten.

Genügend Freiräume geben
Kommunikation und Erkundung braucht Raum. Raum, der an einer kurzen Leine kaum oder nicht vorhanden ist. Wer seinem Hund eine 1 Meter kurze Leine gibt, braucht sich nicht wundern, wenn es zieht sobald Hund auf dem Gehweg kurz an der Seite was beriecht. Optimalerweise sollte eine Leine 3-4 Meter lang sein. Rolleinen - auch Flexileinen - empfehlen sich weniger, da durch die Feder ein konstanter Zug auf der Leine entsteht und dadurch der Hund sich das Ziehen angewöhnen könnte. Wer es dennoch versuchen mag, soll es. Mit der langen nun kann man erwünschte Verhaltensweisen fördern, indem man dem Hund mehr Leine gibt - zB wenn er von einem fremden Hund weg geht anstatt diesen anzubellen, oder wenn der Hund zügig und direkt auf den Bürgersteig hoch geht. Man kann die Leine im richtigen Moment einholen und in die Hand nehmen, wenn eine Wegstrecke bevorsteht, an der der Hund kürzer angebunden sein soll - indem man ein Auge dafür entwickelt, wann der Hund nah bei einem ist und dann die Leine aufwickelt.

Geschwindigkeit raus nehmen
Leicht kann es passieren, dass man als Mensch ein Marschritt einnimmt und dem Hund kaum gelegenheit bietet, sich den Gerüchen und Ansichten zu widmen. Irgendwann passt sich Hund an, und läuft stracks gerade aus. So kommt Fahrt auf und als Hund auf vier Beinen der als Kanide einst viele Kilometer zurück legte und dafür eine gute Gangart kennt, wird der Hund schneller als der Mensch und zieht an der Leine. Das hat man sich selber eingehandelt. Dem Hund Gelegenheiten geben zu reichen, sich einer Sache etwas länger zu widmen, sich mal gegen die Laufrichtung zu stellen und etwas zu warten bevor es weiter geht. All das hilft, Geschwindigkeit aus dem Spaziergang zu nehmen und erwünschtes Verhalten wahrscheinlicher zu machen.

Das richtige Kleid
Natürlich braucht Hund auch eine passende Kleidung. Porzellangeschirr geht zu schnell zu bruch und passt so gar nicht. Brustgeschirre hingegen schon. Durchgesetzt haben sich bisher zwei Modelle. Das eine ist das Y-Geschirr - es sieht aus wie ein Y. Es besteht aus einem Rückensteg und einem Bauchsteg, sowie einem Band das um den Brustkorb herum geht und den Hund längs in zwei teilt, sowie einem Halsring, in dem der Hals steckt.
Vorsicht: Wichtig ist, darauf zu achten dass die Stege fest und mittig sitzen und nicht in die Achselhöhle weg rutschen, wo diese die Nerven quetschen können und störend sind. Bei kurzhaarigen Hunden und Hunden mit wenig Haarpracht kann es zu Reibung kommen und zu wunden Stellen. Eine gute Polsterung ist dann wichtig.

Y-Geschirr.
Ein Y-Geschirr

Ein anderes Modell ist das Nordik-Geschirr. Es besteht aus einem breiten Brustband das vorne um den Bug geht und einem Band das um Brust und Bauch geht und den Hund in zwei Teile sortiert.
Vorsicht: Der Bugsteg soll weder zu tief sein, wo er das Gehen behindert, noch zu hoch sitzen, wo er die Atemwege behindert.

Nordic-Geschirr.
Ein Nordik-Geschirr

Wer seinem Hund ein Halsband anlegt, sollte keine lange Leine nutzen, da Hund sich leicht Verletzungen zuführen kann, wenn er mit Anlauf in die Leine rauscht. Das Halsband sollte etwa zwei Halswirbel breit sein und flach genäht. So verteilt sich der Druck besser. Halsbänder sind auch dann geeignet, wenn Hund Lipome an den Stellen hat, wo das Geschirr sitzt und es zu Reibung kommt. Auch bei Rückenproblemen die im Übergang Brust-Lende liegen sollte auf ein Brustgeschirr verzichtet werden.

RANDBEMERKUNG
Damit das Geschirr passt, gilt es auf ein, zwei Punkte zu achten. Beim Y-Geschirr ist es wichtig, dass zwischen Schulterblatt und dem Band das um den Brustkorb geführt wird, eine Handfläche breit freie Fläche bleibt. Vorne am Brustkorb sollte der Übergang vom Bruststeg zum Halsring am knöchernen Teil anliegen, sodass die Luft nicht abgeschnürrt wird. Auf ein Brustgeschirr mit verstellbaren Stegen zu achten ermöglicht das genaue Einstellen des Geschirres. Die Übergänge der Stege zu den Banden sollte fest vernährt sein, so rutscht nichts. Labradore benötigen Geschirre aus elastischem Material, damit es immer perfekt sitzt. Für andere Hunde sollte jeweils zwei Finger weit Platz sein unter dem Geschirr. Beim Nordik-Geschirr gilt für das Band um den Brustkorb das gleiche: eine Handfläche breit sollte Platz über sein zwischen Schulterblatt und Band. Für den Bruststeg, der nun nicht zwischen den Vorderbeinen durch geht, sondern um das Ellbogengelenk über den Brust-Hals-Bereich, gilt, dass dieser auf Höhe bzw leicht über der Höhe der Ellbogengelenke verlaufen sollte, sodass Hund seine Vorderbeine ungehindert nach vorne ziehen kann. Auch hier sollten zwei Finger unter das Geschirr passen, damit es sitzt. Leim eignet sich in der Regel nicht, um das Geschirr zu befestigen.

Freilauf ankünden
Wird der Hund von der Leine gelassen, hilft es dem Hund zu wissen, dass er nun 'frei' ist. Ein kleines Wortsignal kurz bevor er gehen kann, regelmässig aufgesagt im richtigen Moment, und schon weiss Hund dass er gehen kann (ich schrieb bereits einen Artikel zum Abruf).

Kleine Übungen erleichtern den Ernstfall
Ein- zwei Mal unterwegs (für einen selbst) wichtige Übungen wie das Abrufen abgefragt, hilft dass es im Ernstfall gut funktioniert. So kann Hund abgerufen werden und wenn er bei einem steht, direkt das Signal für den Freigang gegeben werden. So lohnt es sich für den Hund auch in Zukunft, herzukommen. Der Abruf kann auch belohnt werden, in dem dem Hund nach dem Signal zum Loslaufen mehr Leine gegeben wird.

Zum Schluss
Der Spaziergang sollte gemeinsame Zeit mit Hund sein, etwas worauf man sich freut und das man geniesst. So wie Hund gnädig mit einem Menschen ist, sollte auch Mensch mit Verstand und Einsicht auf den Hund eingehen und nicht alles bierernst nehmen. Das Leben ist zu kurz um schöne Momente zu vermiesen.

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Abruf

Dass der Hund kommt, wenn man ihn ruft, wird oft gefordert, und macht gewissen Sinn, bedenkt man die oft beengten Lebensräume von Menschen in Städten, aber auch Dörfern.

Ein weiterer Artikel zum Alltagstraining

Grundlage und erster Schritt
Die Grundlage ist denkbar einfach: Klassische Konditionierung. Das mag nun befremden, ist aber der Fachbegriff dessen, was lerntheoretisch zu Grunde liegt. Beziehungstheoretisch könnte man sagen, dass die Grundlage in einer guten Beziehung oder Bindung von Hund und Mensch ist.

Der Grund ist denkbar einfach: Hunde sind nicht doof, und kommen vorallem dann schnell und gerne zurück, wenn sie sich wohl, geborgen und gut fühlen an dem Ort. Fürchtet sich der Hund, oder fühlt sich anderweitig nicht wohl, wird er nicht, oder nur zögernd zurück kommen. Psychoanalytisch ist dies die ödipale Phase, in welcher das Dritte, Neue eingeführt wird und die Zweierbeziehung durchbrochen. Der Hund ist in einer ähnlichen Lage: Er wendet sich seiner Umwelt und seinen Reizen zu, er trianguliert. Wer will, dass sein Hund zurück kommt, sollte attraktiv sein. Positive Psychologie möchte ich hier als Stichwort einfügen. Gute Bücher finden sich ebenfalls bei Spass mit Hund.

Die ersten Schritte für einen guten Abruf sind daher Beziehungsarbeit. Gemeinsam mit dem Hund die Welt erkunden, dem Hund Sicherheit geben, mit dem Hund gemeiname Aktivitäten unternehmen, mit dem Hund spielen, sein Verhalten synchronisieren, Kontakt suchen, Körperpflege teilen, etc. All das, was man in einer Hundegruppe auch so tut.

Die weiteren Schritte
Was danach kommt, ist dann ziemlich einfach. Ich möchte zwei Wege aufzeigen, die ich auch für mich nutze.

Anstupsen
Die Hand anstupsen kann ein guter Weg sein. Wenn der Hund die Nase an der Hand stupst, muss er dafür herkommen. Vorteil ist, dass der Hund Körperkontakt aufnimmt zum Menschen, seinen Menschen riecht, dass man mit der Hand den Hund gut dirigieren kann, zB auf die Seite wenn ein Fahrzeug sich nähert. Alleine schon den Menschen anstupsen kann für einige Hunde eine hohe Motivation sein, zu kommen.

Dafür braucht man nur dem Hund die Hand zu zeigen, und punktgenau stimmlich ein Signal ('tschick', zB) oder mit einem Gerät (zB Clicker) das Anstupsen zu verstärken. Da für viele Hunde das Anstupsen Motivation genug ist, oder sich andere Verstärker anbieten im Alltag, kann man durchaus wenn der Hund die Idee hat was man möchte, auf einen anderen Verstärker umsteigen. Ich lasse gerne meine Hunde 'durchstarten', das bedeutet, wenn diese zurück kommen dann gebe ich direkt das Freizeichen (das ich immer gebe wenn die Leine ab ist). Das bringt Bewegung und Energie in den Rückruf, genau das was gesucht ist.

Stehen bleiben
Ein anderer Weg den ich mag, ist stehen zu bleiben und zwecks besserer Sichtbarkeit, sich 90° von der Laufrichtung abzuwenden, so dass der Hund das Profil seines Menschen sieht. Vorteil hier ist, dass der Mensch die Klappe hält und nur mit der Körpersprache den Hund abruft. Das ist praktisch, wenn man genervt ist (warum auch immer) und den Hund anschnauzen und anmotzen würde. Am Anfang kann man sich spannend machen indem man in die Hocke geht, den Kopf zum Hund wendet, eine lustige Stimme gibt, etc.

In beiden Fällen: Kommt der Hund, ..
.. dann wird sich gefreut, der Hund wird gekrault, es wird gespielt. Denn es ist schön, wenn ein Hund kommt. Bevor man weiter geht - aber auch wenn man die Leine ab macht - empfiehlt es sich, ein Signal einzuführen (zB 'Banane'). Das versteht der Hund relativ zügig, wenn das Signal kommt und danach der Mensch losläuft.
📢

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Wenn der Besuch klingelt

Wenn Besuch vor der Türe steht, ob Briefträger, Nachbar, oder geladene Gäste, macht manch ein Hund ein Feuerwerk auf.

Hier nun ein weiterer Artikel zum Alltagstraining.

Will man dem Hund beibringen sich zurückhaltender an der Türe zu verhalten, ist seine innere Gestimmtheit (in der klassichen Ethologie auch Handlungsbereitschaft genannt) zu verändern.

Die Arbeit an der Tür mit dem Hund ist ein Trainingsprojekt, bei dem sowohl die klassische Konditionierung als auch die operante Konditionierung wichtig sind für den Erfolg.

1. Schritt - die klassische Ebene

Im ersten Schritt geht es darum, die Situation so einzurichten, dass der Hund in eine Grundstimmung gerät, in der es wahrscheinlich ist dass er erwünschtes Verhalten zeigt. Ein Hund der fiept und springt ist deutlich zu erregt. Hier ist die Beobachtung der Besitzer gefragt, um zu wissen ob der Hund in der Situation aufnahmebereit ist, ohne zu aufgeregt zu sein.

Dazu zählen Massnahmen wie die Glocke auszuschalten, dem Hund was zu kauen zu geben, Massagen, oder Duftöle. Der Labrador hier zB. entspannt sich mit etwas im Mund zum Tragen. So liegen hier Seile und Plüschtiere herum, auf dem Spaziergang nimmt er gerne die Leine in den Mund.

Hier ist es wichtig, zu verstehen, warum der Hund dieses Verhalten zeigt. Ein Wachund wird idR. Sicherheit brauchen und klare Strukturen um zu verstehen, wo der Kern liegt wo keine Fremden Zutritt haben, und wo Fremde hin dürfen; furchtsame Hunde brauchen indes vorallem Rückzugsmöglichkeiten um Abstand zum furchtauslösenden Reiz aufbauen und Selbstsicherheit erfahren zu können.

Es geht also darum, dem Hund die Situation komfortabler zu gestalten sodass er sich entspannen und wohl fühlen kann und in dieser Atmosphäre neue, positive Erfahrungen machen kann.

2. Schritt - die operante Ebene

Im zweiten Schritt geht es darum, erwünschtes Verhalten zu verstärken, ohne den Hund mit den Verstärkern aufzudrehen - so wäre ein Zerrspiel grundsätzlich eher abzuraten. Das kann man im freien Lauf indem man den Hund beobachtet und mit diversen Verstärken den Hund fördert. So kann man einem Hund der von selber ins Körbchen geht, oder in einen anderen Raum, oder alle vier Pfoten auf dem Boden behält, einen Keks zustecken, oder am Kopf kraulen.

Eine Top-10 Liste mit diversen Verstärken die im Alltag eingesetzt werden können, ist hier hilfreich.

Auch in diesen Bereich gehört der Besuch und seine Schulung. Es geht darum dass der Besuch versteht, wie er sich zu benehmen hat gegenüber dem Hund, in welche Bereiche er gehen kann und in welche nicht, ob der Hund es mag angestarrt zu werden, oder nicht.
📢

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

🍗

Du sollst das nicht Essen

Auch einen Staubsauger bekommen statt den versprochenen Hund? Hier geht es weiter mit dem Artikel zu Trainingsprojekten .

Der Fuss in der Tür

Man kann tatsächlich den Staubsauger dazu bekommen, nicht alles internalisieren, was vor die Nasenlöcher und den Mund kommt; ich sollte allerdings darauf hinweisen, dass es etwas Arbeit und Zeit erfordert. Zudem durften nicht alle Menschen in einem buddhistischen Kloster aufwachsen und lernen, eine Fliege über Stunden auf der Nase zu dulden, ohne diese totzuschlagen. Will heissen: Man kann einfach auch genervt sein über den Hund, den man doch liebt.

Fokus hier ist auf der Operanten Konditionierung .

Der erste Schritt besteht darin, über Management es zu verhindern, dass Hund was aufessen kann, damit er es nicht weiter übt. Das ist durchaus herausfordernd und kann auch bedeuten, dass der Hund erstmal an einer 2-4 Meter langen Leine geführt wird. Es erfordert also, sich Gedanken zu machen, wo es bisher am öftesten geschah, und welche alternativen Wege zum Spazieren es gibt. Und ja, es wird auch ein, zwei Rückfälle geben können.

Der zweite Schritt ist, sich eine Liste anzufertigen von Dingen, die der Hund mag und die man als Verstärker nutzen kann. Das kann das Riechen an einem Grasbüschel sein, eine Katze ansehen, die Hand anstupsen, einen Ball, oder Futter. Will man dass der Hund ein erwünschtes Verhalten zeigt statt eines Unerwünschten, ist es erforderlich, dass er dafür eine Motivation findet. Beobachtet Eure Hunde und findet heraus, was diese motiviert.

Im nächsten Schritt wird die Situation so eingerichtet, dass der Hund eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, erwünschtes Verhalten zu zeigen. Dies wäre: Nicht zum Essen zu gehen, sondern daran vorbei. Zwei wichtige Stellschrauben hier, das Essen und der Abstand. Etwas wenig attraktives, zB nur der Teller, wird auf einige Distanz, zB 3 Meter, entfernt gelegt. Der Hund wird an einer Leine geführt, so dass er nicht dahin kann und man lässt ihn sich orientieren und verstärkt jedes Verhalten, das nicht mit dem Teller zu tun hat, zB zum Menschen schauen. Es erfolgt ein Ton, und ein Verstärker.

Der Abstand zu dem Teller wird Stück um Stück verringert, bis man einen Meter oder einen Halben daran vorbei gehen kann und der Hund sich nicht darauf stürzt. Wenn das funktioniert, wird etwas wenig Leckeres wie Zwieback, Zitrone, etc, auf den Teller gelegt, und der Abstand wieder auf Anfang gestellt, also die 3 Meter.

Wie es weiter geht

Der Hund hat nun eine Idee, was man von ihm wünscht, dass er sich nicht auf den Teller stürzen soll. Die weitere Arbeit besteht darin, dies zunehmends zu steigern in Richtung der Dinge, die der Hund am allermeisten verschlingen will. Dies wird auch die langwierige Arbeit sein, über Monate und Jahre am Ball zu bleiben und den Hund zu bilden. Denn der Wille zum Essen wird bleiben, also bleibt nur, dem Hund ein Alternativprogramm zu bieten. Genaue Beobachtungsgabe im Alltag, wo es den Hund hinzieht und wie er dabei aussieht, um ihn lesen und frühzeitig eingreifen zu können, sind essentiell.

Der Vorteil dieser Arbeit ist, dass das Verhalten des Hundes nicht unterdrückt wird und er es daher nicht heimlich zu zeigen braucht. Sollte der Hund was aufessen, weiss man wenigstens Bescheid und muss nicht rätseln, warum ihm übel ist und man vlt sogar zum Tierarzt muss. Ausserdem: Man hat dem Hund eine Alternative gezeigt die mindestens gleich gut oder, noch besser, besser ist als das alte, unerwünschte Verhalten, sodass er lieber sich der Alternative widmet.

Gute Verhaltensarbeit sollte immer zum Ziel haben, dass man mit erwünschtem Verhalten schneller und leichter zu einem besseren Erfolg kommt, als mit dem Unerwünschten, sodass das alte, unerwünschte Verhalten ineffizient ist. Das ist zwar nicht leicht, aber doch erstrebenswert.
📢

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Schnüffeln leicht gemacht

Hier nun die Fortsetzung des Artikels zu Trainingsprojekte . Diesmal geht es um Schnüffelspass.

Nasenarbeit bietet den Vorteil, dass es den Hund bei seiner Veranlagung als Nasentier abholt, bei gut dosierbarer körperlicher Belastung den Geist des Hundes gut auslastet, und sich diverse Möglichkeiten bieten - man kann Gegenstände absuchen, Räume, Fahrzeuge, drinnen suchen, oder draussen.

Die Basisausbildung des Schnüffelns hat der Hund ja schon. Er nutzt es jeden Tag. Nun geht es darum, dem Hund zu vermitteln, was wir Menschen wollen dass er sucht. Das bedeutet, die Basisausbildung beim Schnüffeln liegt in der Klassichen Konditionierung . Geeignet sind alle Verstärker, die den Hund belohnen können und für die optimale Motivation sorgen, aber den Hund nicht zu sehr aufdrehen, damit er noch konzentriert suchen kann. Das kann das Plüschtier sein das der Hund mag, oder Futter. Ich habe eine kleine Box (zB. von einer Streichholzschachtel) genommen, etwas hineingetan (zB. Kaffebohnen) und dem Hund gezeigt. Wenn er aus Neugierde daran riecht, kam ein Ton und dann das Futter.

Wenn die Basisausbildung erfolgte und der Hund den Gegenstand klasse findet, geht es an die Operante Konditionierung . Der Hund soll nun das Dingens suchen. Und hier liegt der Grund, warum die Basisausbildung auf der klassischen Ebene ruht: Was dem Hund gefällt, will er auch und geht er auch suchen. Nun hat der Hund die entsprechende Motivation, den Gegenstand suchen zu gehen.

Der Hund wird festgehalten und der Gegenstand einen Schritt, höchstens einen Meter, vor den Hund gelegt, sodass er diesen Sehen kann. Mit einer Zeigegeste wird der Hund losgelassen und wenn er bei dem Dingens ankommt und riecht, kommt der Ton und der Verstärker. Im nächsten Schritt wird der Gegenstand vor den Augen des Hundes hinter ein Hinderniss, zB um die Ecke, gelegt und der Hund losgelassen.

Das ist, woraus die Schnüffelarbeit in seinen Grundlagen besteht. Dem Hund wird ein Dingens schmackhaft gemacht, und dann will der Hund es haben und geht es suchen. Der ganze Rest, wie zB. bei Regen, bei Sonne, drinnen, draussen, auf dem Jupiter, suchen, sind Verfeinerungen die auf dieser Basis aufbauen.
📢

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

🍌

Im Alltag bestehen

In den letzten Wochen wurde mir noch einmal deutlich gemacht, dass bei vielen Problemen im Alltag bereits kleine Veränderungen der Halter Erleichterung bringen kann, ohne ein großes Training.

Abstand einhalten hilft sehr oft bei Aggressionsverhalten. Ziel von Aggressionsverhalten ist es, einen Störreiz auf Abstand zu halten oder weg zu bekommen. Gibt man dem Hund diesen Abstand, gibt man ihm die Möglichkeit ein Alternativverhalten zu zeigen ohne aggressiv sich zu gebaren. So kann man einen Bogen um ein Mensch-Hund Gespann machen, oder umdrehen, oder sich hinter einen Sichtschutz begeben.

Eine Verstärkerliste aus dem Alltag hilft, in verschiedenen Alltagssituationen den Hund für erwünschtes Verhalten angemessen zu verstärken. So mag mein Spitz gerne an Dingen riechen, Buddeln, oder eben etwas Abstand - auch Kraulen findet er toll, sowie mit der Nase meine Hand anzustupsen. Wenn er nun statt andere Hunde anzubellen meine Hand anstupst oder durch Buddeln seine Erregung abbaut, braucht er das unerwünschte Verhalten gar nicht erst zu zeigen. Der Labrador dagegen braucht für sein psychisches Wohlbefinden etwas im Mund was ein angenehmes Mundgefühl vermittelt. Je nach Erregungslage sind seine "Tragies" weicher (zB Plüschtiere) oder etwas härter (zB Gegenstände aus Kunststoff wie Gummiknochen). Auch die Leine trägt er gerne im Mund. Das Anbieten von diversen Objekten die er in den Mund nehmen kann fördert sein psychisches Wohlbefinden und hilft ihm als Stressbewältigung (coping strategy) im Alltag. Der Badeteich im Garten in dem er baden gehen kann, ist auch ein guter Verstärker.

Spazierwege mal alleine begehen und sich Gedanken machen, wo man zu welcher Zeit entlang geht und ob der Hund damit klar kommt, kann unerwünschte Situationen verhindern. Wer weiss, dass sein Hund nicht mit einem Haufen unbekannter Hunde klar kommt braucht nicht samstags auf die Hundewiese zu gehen, und wer weiss, dass sein Hund gerne viel Abstand zu Unbekannten aufbaut, sollte erst gar nicht in die Fussgängerzone, oder durch enge Wege wo es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt.

Alternativverhalten aufbauen bevor es schief geht oder schlimm kommt, gibt einem die Möglichkeit, ohne Strafe und ohne Eskalation einzugreifen. So kennt mein Spitz das Anstupsen meiner Hand, damit kann ich ihn aus Situationen heraus lotsen.

Das Beobachten des Hundes hilft, ihn kennen zu lernen und wie er in verschiedenen Situationen reagiert, ausserdem kann man so erwünschtes Verhalten finden dass der Hund von sich aus anbietet und dieses unterstützen. Der Tag hat nur 24 Stunden am Tag und je länger der Hund erwünschtes Verhalten zeigt, desto weniger Zeit bleibt um unerwünschtes Verhalten zu zeigen.

Die Ausrüstung am Hund entscheidet ebenfalls, wie der Hund sich wohl fühlt und verhält. Ein zu schmales Halsband zB. kann den Hund würfen und ihn veranlassen, nach vorne zu ziehen und Aggressionsverhalten fördern, bzw. eine Beisserei auslösen. Ein Halfter am Gesicht des Hundes kann seine Ausdrucksmöglichkeiten einschränken. Auch hier, beobachten welche Ausrüstung am Hund welche Veränderung herbeiführt und sich so ausstatten, dass erwünschtes Verhalten wahrscheinlicher wird.

Körpersprache und Stimme des Halters wirken auf den Hund; im Guten wie im Schlechten. Sich mit seiner Körperachse gegen die Laufrichtung stellen und den Hund mal riechen oder erkunden lassen hilft, Ruhe in den Spaziergang zu bekommen. Die Leine locker zu halten und den Hund verbal anzusprechen in freundlicher Tonlage hilft, die Situatione angenehm zu gestalten und Ruckereien an der Leine zu vermeiden.

Eine Liste anfertigen von den Dingen die der Hund gerne macht, der Halter gerne tut und welche man sich teilt und die Dinge die man teilt zu fördern festigt die Beziehung zum Hund und das Miteinander was auf beiden Seiten für positive Emotionen und Einstellungen führt und das Zusammenleben erleichtern.

Ein Tagebuch für den Hund mit Notizen wie der Hund in welchen Situationen wie reagiert hat. "Heute kam der Briefträger, ein Neuer, und es regnete wie doof, und Waldo hat ihn angebellt. Den Alten mochte er aber ganz gerne". So kann man sich bewusst werden über das was da passiert und sich Gedanken machen, warum das so ist.

Was man kennt und womit man umgehen kann belästigt einen auch nicht. Regelmässig mit dem Hund eine Situation bewältigen, etwas Neues erkunden, hiilft dem Hund, mit Unbekanntem besser klar zu kommen und souverän zu bleiben und dadurch auch ruhig. Wenn es eine Baustelle gibt kann man den Hund diese, soweit gefahrlos, erkunden lassen. Oder einen Laubhaufen erklimmen. Oder dem Briefträger sein Auto beschnüffeln, wenn es wo steht.

Zusammenfassung und Quizz






GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal

Trainingsprojekte

Trainingsprojekte beleben die Beziehung zum Hund, bieten dem Hund Abwechslung und geistige Aktivität und es ist schön, gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Schwierig müssen solche Projekte nicht sein. Das Schöne ist, dass alles was wir von unseren Hunden wünschen, die Hunde das schon können, oder aber nie lernen werden. Gerüche unterscheiden, Dinge tragen, neben dem Menschen her gehen, all das kann ein Hund schon; fliegen, rauchen, klettern, das kann ein Hund nicht und wird es auch nicht lernen. Was es also braucht, ist dem Hund verständlich machen, was man von ihm wünscht und auf eine gemeinsame Ebene kommen. Es geht also um Kommunikation.

Trainingsprojekte bestehen immer aus zwei Teilen, einem klassich konditionierten und einem operant konditionierten. Je nach Projekt liegt der Fokus mehr auf der klassischen Ebene, oder auf der operanten. Voneinander trennen lassen sich diese Bereiche nie, aber man kann den Fokus festlegen, je nach Bedarf.

Klassische Konditionierung ist der Fachbegriff der das Lernen von unwillkürlichen Reaktionen meint. Das können Reflexe wie auch modale Handlungsmuster sein. Modale Handlungsmuster sind artspezifische, unwillkürliche Handlungen, die eine starke genetische, erbliche Grundlage haben. Der Saugreflex bei Säugern, oder das Schnabelöffnen bei Küken wäre so ein Beispiel. Spezifisch für klassisches Lernen ist, dass es lösgelöst der Konsequenzen funktioniert: Der Lidschluss der durch Anpusten der Augen ausgelöst wird, wird auch dann ausgeführt wenn es unangenehm ist.

Ein Beispiel für klassisches Lernen ist, dem Hund beizubringen einen Gegenstand zu suchen. Meinem Hund habe ich gelehrt, dass wenn er an einer mit Kaffeepulver gefüllten Flasche riecht, ein Klick erfolgt und dann der Verstärker, zB ein Stück Wurst, folgt. Die Flasche und der Geruch werden so mit dem Verstärker verknüpft und es entsteht ein angenehmes Gefühl im Hund, sodass er gerne zur Flasche mit Kaffepulver gehen mag.

Operante Konditionierung meint das Lernen von willkürlich gesteuerten Verhaltensweisen. Solche Verhaltensweisen werden 'Operants' genannt. Spezifisch für sie ist die Abhängigkeit der Konsequenzen: Wenn der Hund sich in den nassen Matsch setzen soll, wird sein Hintern feucht was er vlt nicht mag, und so wird das Hinsetzen mit einer negativen Antwort belegt und damit bestraft.

Ein Beispiel für operantes Lernen ist, wenn der Hund nun diese Flasche toll findet und zu ihr hin geht und daran riecht und der Klick folgt. Ein weiteres Beispiel ist, wenn der Hund Dinge trägt, oder Dinge nach Grösse oder Beschaffenheit sortiert.

Verstärker- und Bestraferpläne sind Beschreibungen der Konsequenzen die auf einen Operant folgen. Ganz auf eine einfache Ebene heruntergebrochen kann man etwas wegnehmen, oder etwas hinzufügen. Das was man wegnimmt oder hinzufügt, kann dazu führen dass das Verhalten öfters, oder seltener gezeigt wird. Das lässt sich tabellarisch wie folgt darstellen.

erhöhtreduziert
hinzuPositive VerstärkungPositive Bestrafung
wegNegative VerstärkungNegative Bestrafung

Festlegen der Ziele und der Zwischenschritte hilft, Struktur zu bekommen. Man sollte allerdings nicht zu bierernst werden mit den Zielen und dabei den Spass aus den Augen verlieren. So könnte die Festlegung des Zieles bei der Kaffepulverflasche sein, dass der Hund am Deckel der Flasche riecht, los geht und auf einer Fläche von 2x2 Metern in 10 Minuten diese Flasche sucht und findet.

Die Zwischenschritte um dahin zu kommen sind, dass der Hund die Flasche klassisch konditioniert und sie toll findet, dass er im nächsten Schritt am Deckel riecht und dann zu der zwei Meter entfernten Flasche geht und riecht, dass er dann die Flasche suchen muss aber sieht wo sie hingestellt wurde...bis dann am Ende der Hund eine Flasche suchen geht dessen Aufenthaltsort er nicht kennt. Auch ob er im Inneren von Gebäuden oder draussen sucht, spielt eine Rolle.

Das Training und der Rahmen sind leicht im Alltag einzubauen. Bis höchstens 3 Minuten, Eieruhr stellen, und bis an die 20 Verstärker pro Minute, alle 3 Sekunden ein Verstärker, sind durchaus möglich und üblich. Wenn der Hund zB an der Flasche riecht folgt der Verstärker und schon ist der Hund wieder bereit für eine nächste Runde. 2x am Tag sollten ausreichen, auch an drei Tagen der Woche sind ganz ok.
??

GrundlagenAlltagAlltag IIPos. PsychologieSchnüffelnStaubsaugerhundeBesucherAbrufOnlinehundeAbbruchsignal