Im Alltag bestehen
ein zweiter Teil

Wie man im Alltag bestehen bestehen kann, dazu gibt es mittlerweile hier einige Beiträge. in einem ersten Beitrag zum Alltagstraining werden Grundlagen gezeigt, die einem helfen. Hier nun ein zweiter Teil der daran anknüpft.

Dies fragte ich mich schon öfters. Was wir von ihnen wollen, können Hunde schon - und was sie nicht können, werden diese auch nie lernen. Eine starke Aussage. Hunde können

Unsere Aufgabe ist es nur, dass wenn wir es auf Signal sehen wollen, dies dem Hund verständlich zu machen. Und genau darum geht es hier. Üblicherweise werden als Signale gerne genutzt Sitz, Platz, Fuss, Revier, Voran, Apport, .. und dem Hund wird den lieben Tag lang gesagt, was er zu tun hat. Wir können aber auch Umweltsignale nehmen. Ja wirklich!

Warten vor der Frittenbude
Wir können vor einer Imbissbude in etwas Abstand stehen bleiben, so viel Abstand wie der Hund braucht um nicht durchzudrehen, und erwünschtes Verhalten wie sich hinsetzen verstärken. Oder wenn der Hund alle Viere auf dem Boden behält. Der Hund lernt dann solche Fressbuden mit seinem Verhalten und dem was sein Verhalten im einbringt zu verknüpfen.

Warten an der Bushaltestelle
Wir können an der Bushaltestelle oder an Orten an denen wir warten, den Hund dafür verstärken wenn er sich wo hinlegt oder hinsetzt oder aufhält, wo er gut ausweichen kann falls er bedrängt wird (was es zu vermeiden gilt - aber passieren kann viel) und wo er nicht zu vielen Leuten auf den Keks geht. Beim Einsteigen kann er gefördert werden, wenn er nicht nach vorne prescht, sondern neben seinem Menschen einsteigt - so bekommt Mensch die Gelegenheit und Zeit sich zuerst zu orientieren und mögliche Probleme früh zu erkennen, Zeit um Lösungen zu finden. Beim Karten lösen kann man den Hund fördern, wenn etwas abseits steht und nicht dem Fahrer auf den Schoss hüpft. So lernt der Hund, die Situation des Wartens und des Einsteigens mit seinem Verhalten und dem was es ihm bringt zu verknüpfen. Er lernt ausserdem, seine Umgebung zu scannen und zu erkennen, wo es sich gut aufhalten lässt.

Räumlichkeiten aufsuchen ohne die Hühner aufzuscheuchen
Geht man mit dem Hund in Räumlichkeiten, wie einen Tabakladen, Restaurant, Kiosk, oder zum Tierbedarfsladen (höchste Alarmstufe und höchste Konzentration, vorallem die Nager- und Katzenabteilung - vorallem für kleine Bären an Martinstagen), kann man den Hund für ruiges Verhalten verstärken, wenn der Hund etwas vor der Auslage steht ihn verstärken, wenn er sich unter den Tisch legt oder wenn er sich vor dem Tresen hinsetzt oder alle Viere auf dem Boden behält.

Situationen nutzen
wie sie sich einem anbieten. Liegt an einer Baustelle ein Haufen Schotter, so kann man den Hund diesen erkunden lassen, ja vlt sogar besteigen. Liegen gelbe Säcke am Strassenrand, oder Tonnen, kann der Hund diese beriechen. Läuft ein Pferd an einem vorbei, kann Hund sich vlt dieses aus der Ferne ansehen, und wenn vom Besitzer ok, das Pferd beriechen. Wenn in optimalem Abstand andere Hunde an einem vorbei ziehen, kann man dies nutzen und seinen Hund diese anschauen lassen, vlt sogar mit dem Hund eine Übung machen (zB Hand anstupsen) - so dass Hund lernt dass andere Hund kein Problem sind. Jeden Tag etwas Neues - das könnte das Motto werden. Alltagssituationen nutzen um Neues kennen zu lernen und wie man damit umgehen kann.

Sich ein kleines Briefing schreiben
Es hilft, sich eine kleine Vorbereitung zu schreiben mit den drei Hauptkategorien Vorher Verhalten Danach. Damit ist gemeint

Vorher
Alles was vor dem Verhalten stattfindet, das Verhalten wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher macht. Ein hungriger Hund an einem heissen Tag nach einem langen Spaziergang wird wahrscheinlicher an einer Theke der Fressbude hoch stehen um an Futter zu gelangen, als ein ausgeschlafener, satter Hund. Sowas kann man einplanen und zuerst mit einem ausgeschlafenen, satten Hund den Anfang machen und erst danach die Anforderung steigern. An einer leeren Bushaltestelle ist es wahrscheinlicher dass der Hund sich hinsetzen wird, als an einer mit Tüten bewaffneten Menschen vollen Bushaltestelle. Das kann man nutzen und zu Zeiten üben wenn es etwas leer ist und dann die Anforderung steigern. Man kann auch gewisse Sachen vorher einüben und dann in die Situation einbauen, zB bestimmte Handgesten, oder das Verbleiben in der Position wenn der Keks kommt (so dass Hund zB sitzen bleibt mit seinem Keks den er bekommt). Man kann sich auch aufrüsten und gewisse Sachen mit sich führen, zB ein Futterbeutel für den Labrador den er zwischendurch suchen und bringen darf, oder Tragegegenstände. Für einen kleinen Hund wäre ein Tragetasche für Hunde denkbar, in der er sich zB im Restaurant zurück ziehen könnte, oder auf Gängen durch Menschenmengen ein Hundewagen wo der Hund sich zurückziehen kann.
Verhalten
Welche Verhaltensweisen wären wünschenswert, welche nicht? Wie kann man Verhalten herauskitzeln zB durch kleine Hilfestellungen. Wenn man mit der Hand unter den Tisch zeigt im Restaurant ist es wahrscheinlicher dass Hund dort hin geht. Wenn man sich selber etwas abseits stellt ist es wahrscheinlicher dass Hund hinterher kommt als wenn man mitten im Gewühle steht. Sowas kann man nutzen und erwünschtes Verhalten damit heraus kitzeln und fördern und damit für Hund und Halter erste positive Schritte ermöglichen.
Danach
Alles was nach dem Verhalten kommt. Liegt der Hund unter dem Tisch im Restaurant kann man ihm einen Keks geben oder (noch besser) einen Kaugegenstand - denn Kauen beschäftigt und entspannt den Hund. Man kann den Hund eine kleine Übung die er gerne ausführt machen lassen, den Labrador was appportiern lassen oder ihm was zum Knautschen geeben. Man kann auch einen kleinen Abstecher an einen ruhigen Ort machen, zB den Stadtpark. Auch eine Liste an Verstärkern kann einem Helfen eine Überblick zu bekommen. So kann da das Ansehen einer Katze stehen, das Essen eines Pferdeapfels (zB den Hund abrufen vor einem Pferdeapfel und als Verstärker den Hund etwas davon essen lassen), oder das Tragen von Gegenständen, oder das Schnuppern von Grashalmen und Pfosten oder das Scharren (zB den Hund zum Scharren auffordern wenn er ohne Lärm an anderen Hunden vorbei ging), oder auch mehr Leine (zB dem Hund mehr Leine geben wenn er ruhig an Hunden und Menschen vorbei ging und nun nach vorne weg Abstand aufbaut wo nichts los ist, oder wenn man die Strasse quert und Hund auf den anderen Bürgersteig will, dann kann mehr Leine ihn darin bekräftigen).

"Warum Hunden..
etwas beibringen, was diese schon können?", diese Frage stellte ich eingangs. Wie ich in diesem Beitrag versuche aufzuzeigen, können wir die Hunde stattdessen darin zu fördern, von sich aus angemessenes Verhalten anzubieten und dieses dann zu unterstützen. Dies hilft dem Hund sich Strategien zurecht zu legen für diverse Alltagssituationen - und je mehr Situationen Hund und Mensch meistern konnten, je mehr Herausforderungen mit Bravour gelöst wurden, je mehr Sicherheit bekommt Hund und Halter, je mehr Widerstandsfähigkeit und psychische Robustheit baut sich auf und umso gelassener werden beide. Man wurde alltagsreif.

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