Du sollst das nicht Essen

Auch einen Staubsauger bekommen statt den versprochenen Hund? Hier geht es weiter mit dem Artikel zu Trainingsprojekten .

Der Fuss in der Tür

Man kann tatsächlich den Staubsauger dazu bekommen, nicht alles internalisieren, was vor die Nasenlöcher und den Mund kommt; ich sollte allerdings darauf hinweisen, dass es etwas Arbeit und Zeit erfordert. Zudem durften nicht alle Menschen in einem buddhistischen Kloster aufwachsen und lernen, eine Fliege über Stunden auf der Nase zu dulden, ohne diese totzuschlagen. Will heissen: Man kann einfach auch genervt sein über den Hund, den man doch liebt.

Fokus hier ist auf der Operanten Konditionierung .

Der erste Schritt besteht darin, über Management es zu verhindern, dass Hund was aufessen kann, damit er es nicht weiter übt. Das ist durchaus herausfordernd und kann auch bedeuten, dass der Hund erstmal an einer 2-4 Meter langen Leine geführt wird. Es erfordert also, sich Gedanken zu machen, wo es bisher am öftesten geschah, und welche alternativen Wege zum Spazieren es gibt. Und ja, es wird auch ein, zwei Rückfälle geben können.

Der zweite Schritt ist, sich eine Liste anzufertigen von Dingen, die der Hund mag und die man als Verstärker nutzen kann. Das kann das Riechen an einem Grasbüschel sein, eine Katze ansehen, die Hand anstupsen, einen Ball, oder Futter. Will man dass der Hund ein erwünschtes Verhalten zeigt statt eines Unerwünschten, ist es erforderlich, dass er dafür eine Motivation findet. Beobachtet Eure Hunde und findet heraus, was diese motiviert.

Im nächsten Schritt wird die Situation so eingerichtet, dass der Hund eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, erwünschtes Verhalten zu zeigen. Dies wäre: Nicht zum Essen zu gehen, sondern daran vorbei. Zwei wichtige Stellschrauben hier, das Essen und der Abstand. Etwas wenig attraktives, zB nur der Teller, wird auf einige Distanz, zB 3 Meter, entfernt gelegt. Der Hund wird an einer Leine geführt, so dass er nicht dahin kann und man lässt ihn sich orientieren und verstärkt jedes Verhalten, das nicht mit dem Teller zu tun hat, zB zum Menschen schauen. Es erfolgt ein Ton, und ein Verstärker.

Der Abstand zu dem Teller wird Stück um Stück verringert, bis man einen Meter oder einen Halben daran vorbei gehen kann und der Hund sich nicht darauf stürzt. Wenn das funktioniert, wird etwas wenig Leckeres wie Zwieback, Zitrone, etc, auf den Teller gelegt, und der Abstand wieder auf Anfang gestellt, also die 3 Meter.

Wie es weiter geht

Der Hund hat nun eine Idee, was man von ihm wünscht, dass er sich nicht auf den Teller stürzen soll. Die weitere Arbeit besteht darin, dies zunehmends zu steigern in Richtung der Dinge, die der Hund am allermeisten verschlingen will. Dies wird auch die langwierige Arbeit sein, über Monate und Jahre am Ball zu bleiben und den Hund zu bilden. Denn der Wille zum Essen wird bleiben, also bleibt nur, dem Hund ein Alternativprogramm zu bieten. Genaue Beobachtungsgabe im Alltag, wo es den Hund hinzieht und wie er dabei aussieht, um ihn lesen und frühzeitig eingreifen zu können, sind essentiell.

Der Vorteil dieser Arbeit ist, dass das Verhalten des Hundes nicht unterdrückt wird und er es daher nicht heimlich zu zeigen braucht. Sollte der Hund was aufessen, weiss man wenigstens Bescheid und muss nicht rätseln, warum ihm übel ist und man vlt sogar zum Tierarzt muss. Ausserdem: Man hat dem Hund eine Alternative gezeigt die mindestens gleich gut oder, noch besser, besser ist als das alte, unerwünschte Verhalten, sodass er lieber sich der Alternative widmet.

Gute Verhaltensarbeit sollte immer zum Ziel haben, dass man mit erwünschtem Verhalten schneller und leichter zu einem besseren Erfolg kommt, als mit dem Unerwünschten, sodass das alte, unerwünschte Verhalten ineffizient ist. Das ist zwar nicht leicht, aber doch erstrebenswert.
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