Trainingsprojekte

Trainingsprojekte beleben die Beziehung zum Hund, bieten dem Hund Abwechslung und geistige Aktivität und es ist schön, gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Schwierig müssen solche Projekte nicht sein. Das Schöne ist, dass alles was wir von unseren Hunden wünschen, die Hunde das schon können, oder aber nie lernen werden. Gerüche unterscheiden, Dinge tragen, neben dem Menschen her gehen, all das kann ein Hund schon; fliegen, rauchen, klettern, das kann ein Hund nicht und wird es auch nicht lernen. Was es also braucht, ist dem Hund verständlich machen, was man von ihm wünscht und auf eine gemeinsame Ebene kommen. Es geht also um Kommunikation.

Trainingsprojekte bestehen immer aus zwei Teilen, einem klassich konditionierten und einem operant konditionierten. Je nach Projekt liegt der Fokus mehr auf der klassischen Ebene, oder auf der operanten. Voneinander trennen lassen sich diese Bereiche nie, aber man kann den Fokus festlegen, je nach Bedarf.

Klassische Konditionierung ist der Fachbegriff der das Lernen von unwillkürlichen Reaktionen meint. Das können Reflexe wie auch modale Handlungsmuster sein. Modale Handlungsmuster sind artspezifische, unwillkürliche Handlungen, die eine starke genetische, erbliche Grundlage haben. Der Saugreflex bei Säugern, oder das Schnabelöffnen bei Küken wäre so ein Beispiel. Spezifisch für klassisches Lernen ist, dass es lösgelöst der Konsequenzen funktioniert: Der Lidschluss der durch Anpusten der Augen ausgelöst wird, wird auch dann ausgeführt wenn es unangenehm ist.

Ein Beispiel für klassisches Lernen ist, dem Hund beizubringen einen Gegenstand zu suchen. Meinem Hund habe ich gelehrt, dass wenn er an einer mit Kaffeepulver gefüllten Flasche riecht, ein Klick erfolgt und dann der Verstärker, zB ein Stück Wurst, folgt. Die Flasche und der Geruch werden so mit dem Verstärker verknüpft und es entsteht ein angenehmes Gefühl im Hund, sodass er gerne zur Flasche mit Kaffepulver gehen mag.

Operante Konditionierung meint das Lernen von willkürlich gesteuerten Verhaltensweisen. Solche Verhaltensweisen werden 'Operants' genannt. Spezifisch für sie ist die Abhängigkeit der Konsequenzen: Wenn der Hund sich in den nassen Matsch setzen soll, wird sein Hintern feucht was er vlt nicht mag, und so wird das Hinsetzen mit einer negativen Antwort belegt und damit bestraft.

Ein Beispiel für operantes Lernen ist, wenn der Hund nun diese Flasche toll findet und zu ihr hin geht und daran riecht und der Klick folgt. Ein weiteres Beispiel ist, wenn der Hund Dinge trägt, oder Dinge nach Grösse oder Beschaffenheit sortiert.

Verstärker- und Bestraferpläne sind Beschreibungen der Konsequenzen die auf einen Operant folgen. Ganz auf eine einfache Ebene heruntergebrochen kann man etwas wegnehmen, oder etwas hinzufügen. Das was man wegnimmt oder hinzufügt, kann dazu führen dass das Verhalten öfters, oder seltener gezeigt wird. Das lässt sich tabellarisch wie folgt darstellen.

erhöhtreduziert
hinzuPositive VerstärkungPositive Bestrafung
wegNegative VerstärkungNegative Bestrafung

Festlegen der Ziele und der Zwischenschritte hilft, Struktur zu bekommen. Man sollte allerdings nicht zu bierernst werden mit den Zielen und dabei den Spass aus den Augen verlieren. So könnte die Festlegung des Zieles bei der Kaffepulverflasche sein, dass der Hund am Deckel der Flasche riecht, los geht und auf einer Fläche von 2x2 Metern in 10 Minuten diese Flasche sucht und findet.

Die Zwischenschritte um dahin zu kommen sind, dass der Hund die Flasche klassisch konditioniert und sie toll findet, dass er im nächsten Schritt am Deckel riecht und dann zu der zwei Meter entfernten Flasche geht und riecht, dass er dann die Flasche suchen muss aber sieht wo sie hingestellt wurde...bis dann am Ende der Hund eine Flasche suchen geht dessen Aufenthaltsort er nicht kennt. Auch ob er im Inneren von Gebäuden oder draussen sucht, spielt eine Rolle.

Das Training und der Rahmen sind leicht im Alltag einzubauen. Bis höchstens 3 Minuten, Eieruhr stellen, und bis an die 20 Verstärker pro Minute, alle 3 Sekunden ein Verstärker, sind durchaus möglich und üblich. Wenn der Hund zB an der Flasche riecht folgt der Verstärker und schon ist der Hund wieder bereit für eine nächste Runde. 2x am Tag sollten ausreichen, auch an drei Tagen der Woche sind ganz ok.
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