Texte die vorher auf Kynos der Hundeblog waren

Virtuelle Realität

Was soll ich tun?

Du bist

Freunde

Tick Tack

Tick Tack

Sie läuft;
Ohne gehen zu können;
.
Sie rinnt;
Ohne fliessen zu können;
.
Kann Sie nicht halten;
Nicht fassen;
.
Die Zeit;

Wie sehr
diese Zeit beeinflusst und wie sehr sie einem Weh tun kann, merkt man immer wieder im Alltag, oder in besonderen Situationen, wenn man besonderen Lebewesen begegnet, oder an diese (zurück) denkt. Wenn man darüber stolpert, unerwartet konfrontiert wird. Und man merkt: Da war doch noch was.

"Et quand tu sera consolé (on se console toujours) tu seras content de m'avoir connu. Tu seras toujours mon ami. (...) // Mon ami le renard, me dit-il ... Mon petit bonhomme, il ne s'agit plus du renard! Pourquoi? Parce qu'on va mourir de soif... Il ne comprit pas mon raisonnement, il me répondit: C'est bien d'avoir eu un ami, même si l'on va mourir. Moi, je suis bien content d'avoir eu un ami renard..."

Aus: Der kleine Prinz
Hüpf!

Freunde

"-Qu'est-ce que signifie "apprivoiser"?
(...)
-C'est une chose trop oubliée, dit le renard. Ca signifie
"créer des liens".
-Créer des liens?
-Bien sûr, dit le renard. Tu n'es encore
pour moi qu'un petit garçon tout semblable à cent mille
petits garçons. Et je n'ai pas besoin de toi.
Et tu n'as pas besoin de moi non plus. Je ne suis pour toi qu'un renard semblable à cent
mille renards. Mais, si tu m'apprivoises, nous aurons besoin l'un de l'autre.
Tu seras pour moi unique au monde...
-Je commence à comprendre, dit le petit prince.
Il y a une fleur ... je crois qu'elle m'a apprivoisé...
(...)
-Adieu, dit le renard. Voici mon secret. Il est très simple.
On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est
invisble pour les yeux.
-L'essentiel est invisble pour les yeux, répéta le petit prince,
afin de se souvenir.
-C'est le temps que tu as perdu pour ta rose qui fait ta rose
si importante.
-C'est le temps que j'ai perdu pour ma rose ..., fit le petit prince,
afin de se souvenir.
(...)
Mais tu ne dois pas l'oublier. Tu deviens responsable pour toujours de ce que tu as apprivoisé"
Aus: Der Kleine Prinz
Hüpf!

Du bist

Entscheidungen fallen nicht;
sie werden gefällt.
Auch Bomben fallen nicht;
jemand lässt sie fallen.
Jemand lässt die Menschen fallen."
Martin, 2003-02-20

Der Irrwitz an dem, was auf unserem Erdenklumpen so passiert, ist, dass jeder mit seinem Verhalten das Verhalten der Anderen (mit)beeinflusst, aber glaubt, dass er nichts ändern kann. So ändert sich gar nichts, weil jeder was ändern kann, aber es nicht glaubt, und deswegen nichts ändert, auch sich nicht. Und würde man erzählen, dass sich was ändern wird, sitzen alle da und warten darauf, dass sich was ändert. Doch was soll sich ändern? Und so sitzen sie und warten.
Hüpf!

Was soll ich tun?

Immanuel Kant stellte einst vier Fragen auf, die bist heute als Grundpfeiler genutzt werden und diverse Gebiete der Philosophie anschneiden.

Diese vier Fragen, so Kant, sind die, die den Menschen umtreiben. Frragen, die auch Tierhalter, oder Hundehalter als Teilmenge der Tierhaltenden, umtreiben.
Ich bin dieser Tage und Wochen etwas 'unsanft' (wieder) auf diese und besonders eine Frage gestossen worden: Was soll icht tun. Die Frage der Ethik. Im Besonderen wurden mir von einem Emailschreiber drei Wege aufgezeigt.
Handlungen aufgrund ihrer Folgen;
Handlungen aufgrund ihrer selbst;
Handlungen aufgrund ihrer Motive;
zu beurteilen. Ich werde das Beispiel des Einschläferns eines Tieres und die Fütterung eines Tieres als Beispiel nehmen, da ich es für praxisnah halte, etwas, womit man täglich zu tun hat (beim Einschläfern nicht jeder einzelne Hundehalter oder Tierhalter, aber täglich stellen sich Tier- und Hundehalter die Frage ob sie ihr Tier einschläfern lassen sollen).

Handlungen aufgrund ihrer Folgen

Was könnte passieren, wenn man einen Tier füttert? Es könnte zum Beispiel krank werden, wenn das Futter schlecht war, man zuviel gefüttert hat, oder das Falsche. Man könnte sich informieren, aber wenn man neu in der Tierhaltung ist, wen fragen? Wer ist Experte und kann der nicht auch mal irren? Wie also soll ich meine Handlung, die Fütterung, beurteilen? Wenn ich nicht füttere, wird sich aus der Empirie ergeben, dass das Tier verstirbt, da es Nährstoffe braucht, die es im Lebensmittel finden würde.

Was kann passieren, wenn man ein Tier einschläfern lässt? Man nimmt ihm das Leben. Was wäre, wenn ein anderer Tierarzt eine andere Diagnose gestellt hätte und dem Tier hätte helfen können? Das wäre doch grundsätzlich denkbar. Aber wenn das Tier akut Schmerzen und Leiden hat und bereits diagnostiziert wurde, einige Behandlungen eingeleitet wurden und sich kein Erfolg zeitigte, und es für das Tier nur ein Hinauszögern wäre auf Kosten des Tieres. Der sichere Tod steht dem sicheren Schmerzen gegenüber. Für Beides hat das Tier ein Interesse, das nicht zu erdulden.

Handlungen aufgrund ihrer selbst

Ist die Fütterung per se, aus sich heraus etwas 'Gutes' und 'Edles' das man wollen kann? Kann ich sagen, die Handlung der Fütterung ist in sich gut und kann gewollt werden? Wenn ich zum Beispiel einen ohnehin dicken Labrador weiter füttere, kann ich sagen dass die Fütterung an sich gut seie? Ich muss nicht zwingend den Allquantor 'immer' verwenden wie in "Füttern ist 'immer' gut".

Lässt sich sagen, dass das Nehmen eines Lebens, das Töten eines Tieres, aus welchen Gründen auch immer, etwas 'Gutes' wäre, das ich als ethisch 'richtig' beurteilen kann?

Handlungen aufgrund ihrer Motive

Wieviel wiegt es, wenn ich es 'gut' meine und einem Bären etwas zu essen gebe, aber nicht weiss, dass er zum Beispiel eine Allergie hat oder Diabetes und deswegen ihm weh tue, ihn krank mache? Ich bin hier schon Diabeteshunden über den Weg gelaufen, war geneigt einen Keks zu spendieren und erfuhr, der Hund war an Diabetes erkrankt. Ein Keks hätte für den Hund fatal enden können. Wäre meine Keksgabe dennoch 'gut' gewesen, weil lieb gemeint? Der Hund war nicht unterernährt, es gab also keinen Anhaltspunkt dafür, dass er hätte gefüttert werden 'müssen'.

Wenn ich einen leidenden Hund vor mir habe, bei dem zum Beispiel am Vorabend Medikamente gegeben wurden um die Schmerzen zu nehmen und um den Symptomen Einhalt zu gebieten und am nächsten Tag sich der Zustand so verschlechtert hat, und auch weitere Diagnostik keine neuen Informationen zu Tage gefördert haben. Kann das Motiv, das Tier zu töten, das Leben zu nehmen, ethisch 'gut' sein? Die Alternative für das Tier wären weitere Symptombehandlungen ohne Garantie, dass eine Diagnose gestellt und damit eine Therapie begonnen werden könnte. Nur der Schmerz wäre gewiss. Wenn dem Tier das Leben genommen wird, wäre gewiss, dass es nie mehr ins Leben zurück kommen wird. Kann man nun sagen, es wäre ethisch 'gut', weil das richtige Motiv vorliegt, dem Tier sein Leben zu nehmen?

Wie soll ich nun urteilen?

Zu den Handlungen aufgrund ihrer Folgen lässt sich sagen, dass man es nie genau vorhersagen kann. Es gibt auch gute Gründe anzunehmen, dass es die Zukunft insofern nicht gibt, als dass sie erst ist, wenn sie da ist. Allenfalls ist die Zukunft ein Konstrukt unseres Gehirnes, die sich selbst entsorgt, denn wenn sie in meinem Kopf als Gedanke ist, ist sie im Hier und Jetzt und nicht in der Zukunft. So kann ich also nicht wissen, was passieren wird und es wird damit darauf hinauslaufen, was ich dachte was passieren könnte und damit das, was ich Erwartete, Hoffte. Damit kommt man zu den Handlungen aufgrund ihrer Motive. Die Motivlage, das was ich dachte, erwartete, erhoffte und nicht-erhoffte bilden die Grundlage meines Handelns bzw. die Grundlage die beurteilt werden sollen. Kann ich das wollen?
Im Falle des Essens kann ich argumentieren, dass der Diabeteshund nicht untergewichtig war und es damit kein gutes Motiv wäre, einen fremden, gut genährten Hund füttern zu wollen. In diesem Fall würde diese Schiene der Beurteilung funktionieren und es wäre falsch gewesen, diesen Hund zu füttern. Wäre aber der Hund unterernährt gewesen und durch die Fütterung in ein Koma verfallen, oder gar verstorben, kann ich dann argumentieren, dass die Handlungsmotive, dem Hund Nährstoffe zuzuführen damit er nicht an Hunger verstirbt, 'gut' waren? Ich würde sagen, ja, kann man. Da komme ich zu den Handlungen aufgrund ihrer selbst. Die Handlung, unterernährte Hunde zu füttern, kann an sich schon ethisch 'gut' sein, genauso wie es ethisch 'gut' sein kann, kranke Hunde tiermedizinisch zu versorgen, oder zu töten. Wie ich schon andeutete, brauche ich nicht zwingen den Allquantor 'immer', 'alle' etc einzusetzen. Ich kann spezifisch vorgehen und argumentieren, dass es 'gut' ist kranke Tiere zu behandeln und hungernde Hunde zu füttern. Ich könnte sogar beides kombinieren und sagen: Es ist gut, 'immer' 'alle' kranken Hunde tiermedizinisch zu versorgen und 'immer' 'alle' unterernährten hungrigen Hunde und Bären zu ernähren.

Ich glaube aber auch, was diese Überlegungen alle nicht können, ist ein Konflikt aufzudröseln, Man kann für sich Antworten finden, auf eine konflikthafte Situation. Zum Beispiel ob man nun zur Tierklinik weiter fährt, die eine Stunde entfernt ist, mit einem Hund der Bauchkrämpfe hat und offensichtlich leidet, oder ob man es dem Hund erspart, und ihn einschläfern lässt. Aber der Konflikt und der Schmerz der sich aus den Entscheidungen ergibt, den kann man nicht nehmen.
Ich kann auch keine Antwort geben, was die Leser nun als Grundlage ihres Handelns nehmen.
Der Diabeteshund lebt noch und bekommt Insulin und der Hund mit Schmerzen und Bauchkrämpfen wurde eingeschläfert. Mehr ist nicht bekannt.
Hüpf!

Virtuelle Realität

Gibt es eine Realität? Gibt es ein 'Ding an sich'? Oder sind dies alles Konstruktionen von unserem Gehirn, oder von Maschinen?

Dieser Tage schrieb ich an einem Projekt fürs Internet und kam im Zuge dieses Projektes mit Schriftgrössen in Kontakt. Eine gute Möglichkeit, Schriftgrössen anzugeben, ist Pixel. Damit wird auf das Gerät, auf welchem die Information angezeigt, und seinen Möglichkeiten eingegangen. so wird eine Umrandung von einem Pixel bei einem schwächeren Bildschirm etwas gröber ausfallen und bei einem stärkeren Bildschrim hauchzart. Eine andere Möglichkeit bietet sich mit em. Die Grösse ergibt sich relativ zu der eingestellten Schriftgrösse in Pixel. Wer seinen Browser grosse Schrift anzeigen lässt, bekommt eben bei einem em > 1 ein noch grösseres Schriftbild geboten.

Dies wirft für mich aber gewisse Fragen auf. Wenn jede und jeder die im Internet unterwegs sind, auf ihre Geräte angepasste Informationen erhalten, bestimmte Informationen gekürzt oder weggeschnitten werden, um zB ein Smartfone-Bildschirm nicht zu überfrachten, haben dann alle das gleiche Objekt gesehen?
Denn es kann nun gut passieren, dass eine Webseite anders aussieht, zB die Schrift grösser dargestellt wird, oder die Seitennavigation wegfällt. Wie kann man dann sich über ein und diesselbe Webseite austauschen? Vlt gefällt jemandem die Webseite nur, weil er diese auf seinem Mobilgerät ansah, aber es würde diesem nicht gefallen, auf einem Laptop.

Gibt es also im Internet ein gemeinsames Objekt, ein gemeinsames Etwas, was alle genauso sehen können? Oder sieht jeder das, was er sehen will? Brisanter wird die Frage, wenn zu diesen Einstellungen an Webseiten noch Algorithmen kommen, die angepasst auf den Nutzer Informationen zur Verfügung stellen. Wenn zB Nutzer von Social-Media angepasst auf ihr Nutzerverhalten und ihr Profil, ausgewählte Nachrichten bekommen und sich so ihre Wahrnehmung der Welt verschiebt, zB wenn jemand wenig über Sozialpolitik angezeigt bekommt, dafür viele Informationen aus den Yellow-Press, also Bild, Focus, etc.
2 KOMMENTARE

Kommentare

Martin

(Dienstag, 11 Oktober 2016 14:46)

Auf einem mit dem Internetz verbundenen Server liegen Daten/Programme, welche die Basis ausmachen für das, was die Leser mit ihren unterschiedlichen Geräten betrachten. Diese Daten/Programme könnte man vielleicht als das zugrunde liegende, gemeinsame Ding bezeichnen. Zu Gesicht bekommt man davon allerdings meist nur Teile bzw. Verarbeitungsergebnisse.

Ungünstig ist wirklich, wenn verschiedene Nutzer unter der gleichen Adresse (URL) verschiedene Inhalte sehen. Und da geht es nicht nur um Design. Es gibt Zeitungsverlage, die automatisch ihre Artikel verändern je nachdem, von wo ein Nutzer auf sie zugreift. Wenn Sie zum Beispiel sehen, dass die IP-Adresse irgendwo im Berliner Raum anzusiedeln ist, dann werden in einem Bericht über New York zum Beispiel Informationen zu Berlin als Vergleich angegeben. Wird die IP-Adresse mit Bayern assoziert, wird der Text so ausgegeben, dass München als Vergleich herangezogen wird.

Das hat einerseits Vorteile – der Leser fühlt sich selbst angesprochen und kann sich manches besser vorstellen –, aber natürlich auch große Nachteile. Wie Du sagst: Wie kann man überhaupt noch wissen, ob man über das gleiche mit jemand anderem redet?

Das Beispiel mit Vergleichsangaben bei städtischen Statistiken ist allerdings noch harmlos, wenn man andererseits an die Möglichkeiten politischer Einflussnahme denkt – oder auch nur an die Polarisierung der Gesellschaft, die entsteht, wenn man ohne eigene Agenda Menschen immer bevorzugt mit den Informationen versorgt, die einer ihnen einmal innewohnenden Grundtendenz entgegenkommen.

David

(Dienstag, 11 Oktober 2016 14:51)

Mir kommt da die aktuelle Flüchtlingsdebatte in den Sinn. Wenn jemand ausschliesslich mit Infos zu Flüchtlingen beliefert wird, kann leicht der Eindruck entstehen, dass es 80% Flüchtlinge in der BRD gäbe. Oder wenn über Blaulichtnachrichten vorrangig gelesen wird, kann leicht der Eindruck entstehen, dass überall Mord und Vergewaltigung sei, obschon die Kriminalstatistiken nach unten gehen.
Hüpf!

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